Sudans regierender Militärrat hat nach eigenen Angaben einen Putschversuch verhindert. Offiziere und Soldaten der Armee und der Geheimdienste hätten zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt versucht, einen Staatsstreich zu verüben, sagte General Dschamal Omar vom Militärrat in einer live übertragenen Fernsehansprache. Die "regulären Streitkräfte" hätten den Versuch vereitelt. 

Zwölf Offiziere und vier Soldaten seien festgenommen worden, sagte Omar weiter. Einige der mutmaßlich an dem Staatsstreich beteiligten Offiziere und Soldaten hätten sich bereits im Ruhestand befunden. Bei dem Geschehen habe es sich um den Versuch gehandelt, die vor knapp einer Woche zwischen der Militärregierung und den Demonstranten erzielte Einigung auf eine Übergangsregierung zu blockieren.

Der Kompromiss sieht einen souveränen Rat aus fünf Zivilisten und fünf Militärs vor. Diese sollen dann ein elftes Mitglied wählen. Die Übergangszeit soll etwas länger als drei Jahre dauern. Rebellen aus der Region Darfur haben die Einigung kritisiert.

Im Sudan hatte nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir im April ein Militärrat die Führung übernommen. Dieser weigerte sich in der Folge, die Macht zügig an eine zivile Regierung zu übergeben. Dagegen gab es monatelang Proteste. Bei den Unruhen kam es zu mehr als 100 Toten.