Wegen Sicherheitsbedenken hat British Airways alle Flüge nach Kairo für eine Woche gestoppt. Auch die Lufthansa-Flüge von München und Frankfurt nach Kairo blieben am Samstag am Boden, am Sonntag aber starten die Jets wieder in Richtung der ägyptischen Hauptstadt.

Zur Begründung teilte British Airways am Samstagabend lediglich mit, die Sicherheit der Passagiere und der Crewmitglieder habe oberste Priorität. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme im Rahmen von Sicherheitsüberprüfungen, wie sie routinemäßig in allen angesteuerten Flughäfen durchgeführt würden, sagte eine Sprecherin von British Airways. Aus Kreisen der ägyptischen Flughafensicherung verlautete, Vertreter der Briten hätten am Mittwoch und Donnerstag den Flughafen Kairo überprüft, weitere Details wurden nicht bekannt. Eine offizielle Stellungnahme der Flugsicherung gab es zunächst nicht.

Ähnlich äußerte sich die Lufthansa, bevor sie die Flugrouten wieder freigab; die Lage werde evaluiert. Kurz darauf ergänzte die Fluggesellschaft die Mitteilung um einen Satz mit der geplanten Wiederaufnahme der Flüge: "Morgen (Sonntag) wird der reguläre Flugbetrieb wieder aufgenommen und alle Flüge sollen planmäßig durchgeführt werden." Einen Grund für die Absage und das anschließende Umdenken nannte Lufthansa nicht.

Großbritannien: Terrorismusgefahr im Luftverkehr mit Ägypten

Das britische Außenministerium ergänzte seinen Reisehinweis zu Ägypten am Samstag mit der jüngsten Entwicklung und forderte betroffene Passagiere zur Kontaktaufnahme mit British Airways auf. Es weist in seinen Reisewarnungen für Ägypten auch auf eine erhöhte Terrorismusgefahr im Luftverkehr hin. Schon seit Längerem rät es von nicht dringend notwendigen Reisen in den ägyptischen Ferienort Scharm El-Scheich ab, wo 2015 ein russisches Flugzeug kurz nach dem Start durch eine Bombe der IS-Miliz zum Absturz gebracht wurde. Alle 224 Insassen starben. Einen ähnlichen Hinweis für die Hauptstadt Kairo gibt es vom Außenministerium nicht. Das Auswärtige Amt hat für Ägypten lediglich eine Teilreisewarnung auf seiner Website, die vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel, das ägyptisch-israelische Grenzgebiet (mit Ausnahme von Taba) und entlegene Gebiete der Sahara warnt.

Das ägyptische Luftverkehrsministerium teilte mit, es stimme sich mit der britischen Botschaft und dem Vertreter von British Airways in Kairo ab. Zugleich seien die Kapazitäten für Flüge der eigenen Airline EgyptAir Richtung London erhöht worden. Für Sonntag sei ein zusätzlicher Flug nach London-Heathrow geplant.