US-Präsident Donald Trump hat seine verbalen Angriffe auf den demokratischen Kongressabgeordneten Elijah Cummings nach Rassismusvorwürfen fortgesetzt. Auf Twitter warf er dem Afroamerikaner Cummings vor, selbst Rassist zu sein – und legte dafür keine Begründung vor. Die Demokraten beschuldigte Trump, "die Rassismuskarte zu spielen".

Trump hatte Cummings zuvor bereits am Samstag angegriffen. Der Abgeordnete kritisiere die Zustände in Migrantenlagern an der Grenze zu Mexiko, sein eigener Wahlbezirk im Großraum Baltimore sei dagegen ein "widerliches, von Ratten und Nagetieren befallenes Schlamassel", schrieb Trump. "Kein Mensch würde dort leben wollen", fügte Trump hinzu. Cummings' Bezirk wird zu 55 Prozent von Schwarzen bewohnt.

"Ich kämpfe für meine Nachbarn"

Trumps Äußerungen sorgten für Empörung. Die ranghöchste Demokratin Nancy Pelosi sprach von einer rassistischen Attacke. Die Zeitung Baltimore Sun veröffentlichte einen Leitartikel, der mit den Worten überschrieben war: "Besser ein paar Ratten in der Nachbarschaft, als eine zu sein".

Cummings verteidigte sich gegen Trumps Kritik. "Ich wache jeden Morgen auf und kämpfe für meine Nachbarn", schrieb er auf Twitter. Er forderte den Präsidenten auf, mit ihm zusammenzuarbeiten, um etwas an den finanziellen Schwierigkeiten von Familien in Baltimore und im ganzen Land zu ändern.

Trump insistierte, seine Kritik sei nicht rassistisch gewesen. "Wenn Rassist Elijah Cummings seine Energie mehr auf die Hilfe für die guten Leute seines Bezirks konzentrieren würde, könnte vielleicht ein Fortschritt gemacht werden bei dem Chaos, zu dessen Entstehung er während vieler Jahre inkompetenter Führung beigetragen hat." Er nannte keine Details, um seine Anschuldigungen zu begründen.