Das US-Repräsentantenhaus hat umstrittene Tweets von Präsident Donald Trump über mehrere Demokratinnen im Kongress als rassistisch verurteilt. 240 Abgeordnete der von der Demokratischen Partei dominierten Kammer stimmten am Dienstag für eine entsprechende Resolution, 187 dagegen. Die Führung der Republikaner hatte sich vehement gegen die Initiative gewandt und ihre Kongressmitglieder angehalten, mit Nein zu votieren. Trump wies Rassismusvorwürfe von sich.

Am vergangenen Wochenende hatte Trump Abgeordneten der Demokraten eine Rückkehr in ihre "kaputten und von Kriminalität befallenen" vermeintlichen Herkunftsländer nahegelegt. Sie sollten zuerst dort für Ordnung sorgen, statt der US-Regierung Ratschläge zu erteilen, schrieb er.

Gemeint waren damit offensichtlich vier Abgeordnete vom linken Flügel der Demokraten: die New Yorkerin Alexandria Ocasio-Cortez mit Wurzeln im US-Außengebiet Puerto Rico, die aus Somalia stammende Ilhan Omar, die als Tochter palästinensischer Einwanderer in Detroit geborene Rashida Tlaib und die Afroamerikanerin Ayanna Pressley. Sie alle sind amerikanische Staatsbürgerinnen und bis auf Omar in den USA geboren.

"Beschämend, ekelhaft und rassistisch"

In der im Repräsentantenhaus angenommenen Resolution hieß es nun, die Abgeordneten verurteilten Trumps Äußerungen. Diese hätten Furcht und Hass gegenüber neuen Amerikanern und Menschen mit dunkler Hautfarbe legitimiert und verstärkt. "Diese Äußerungen aus dem Weißen Haus sind beschämend, ekelhaft und rassistisch", erklärte die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi.

Neben den Demokraten stimmten auch vier Republikaner für eine Verurteilung von Trumps Aussagen. Die übrigen Vertreter und Vertreterinnen der Republikaner warfen den Demokraten vor, mit dem Aufruhr über die Einlassungen des Präsidenten politische Pluspunkte sammeln zu wollen. Der Fraktionschef der Republikaner Kevin McCarthy hatte seine Parteifreunde dazu aufgefordert, gegen die Verurteilung zu stimmen. "Das ist alles Politik", sagte er. Kritiker werfen den Republikanern vor, zu verbalen Ausfällen des Präsidenten zu schweigen und sie damit zu billigen.