Mit seinen Twitter-Attacken auf Politikerinnen der oppositionellen Demokraten hat US-Präsident Donald Trump nun auch Kritik aus seiner eigenen Partei auf sich gezogen. Mehrere republikanische Kongressabgeordnete warfen Trump Rassismus vor und forderten Entschuldigungen und die Rücknahme umstrittener Äußerungen.

Der einzige schwarze Senator der Republikaner, Tim Scott, schrieb auf Twitter, anstatt den Demokraten mit Argumenten zu begegnen, habe Trump "mit inakzeptablen persönlichen Angriffen und rassistisch beleidigender Sprache" reagiert. Will Hurd, der einzige schwarze Republikaner im Repräsentantenhaus, sagte dem Sender CNN, Trumps Tweets seien "rassistisch und fremdenfeindlich" und "dem Anführer der freien Welt unwürdig".

Die republikanische Senatorin Susan Collins forderte Trump dazu auf, seine Twitter-Attacke auf die demokratischen Politikerinnen zurückzunehmen. Sie sei zwar nicht einverstanden mit den politischen Ansichten der linken Abgeordneten, aber "der Tweet des Präsidenten, dass manche Kongressabgeordneten dahin zurückkehren sollten, 'wo sie herkommen', war völlig unangebracht und sollte zurückgenommen werden", teilte die Senatorin des Bundesstaats Maine mit.

Trump kritisiert "linksradikale Kongressabgeordnete"

Trump hatte am Sonntag zunächst mehrere weibliche Kongressabgeordnete aufgefordert, in die Herkunftsländer ihrer Familien zurückzugehen. Am Montag verlangte er zudem eine Entschuldigung der "linksradikalen Kongressabgeordneten" für "die schlimmen Dinge, die sie gesagt haben". Er nannte keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf eine kleine Gruppe junger und aufstrebender demokratischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus an. Dazu gehören Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ayanna Pressley und Ilhan Omar. Sie kommen zum Teil aus Einwandererfamilien, sind bis auf Omar, die in Somalia auf die Welt kam, aber in den USA geboren.

Die vier Abgeordneten warfen dem US-Präsidenten in einer gemeinsamen Pressekonferenz ebenfalls offenen Rassismus vor. Pressley sprach von "ausländerfeindlichen und fanatischen" Äußerungen und betonte: "Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen." Omar sagte, Trump habe eine "eklatante rassistische Attacke" gegen die vier Abgeordneten gefahren. "Das ist die Agenda der weißen Nationalisten."