Durch einen Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsfeier in Kabul sind am Samstagabend viele Menschen gestorben. Mindestens 63 seien getötet und 182 weitere verletzt worden, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums. Der Attentäter sprengte sich in dem Hochzeitssaal im Westen der afghanischen Hauptstadt in die Luft. 

Bei Hochzeiten in Kabul feiern Männer und Frauen in getrennten Räumen. Zumeist sind Hunderte Gäste geladen.

Der sogenannte Islamische Staat reklamierte die Tat für sich. Einer ihrer Anhänger habe sich inmitten der Hochzeitsgäste in die Luft gesprengt, teilte die Extremistengruppe mit. Anschließend hätten Komplizen ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug detonieren lassen.

In Afghanistan soll Ende September eine Präsidentschaftswahl stattfinden. In den vergangenen Wochen waren in dem Land mehrere Anschläge verübt worden, durch die viele Menschen starben. Anfang August wurden bei einem Autobombenangriff in Kabul offiziellen Angaben zufolge mindestens 14 Menschen getötet. Insgesamt wurden im politischen Konflikt in Afghanistan im Juli nach UN-Angaben mehr als 1.500 Zivilisten getötet oder verletzt.  

Seit Juli vergangenen Jahres sprechen die USA mit hochrangigen Vertretern der radikalislamischen Taliban über eine politische Lösung des langjährigen Konflikts. Bei den Gesprächen geht es vor allem um Truppenabzüge sowie Garantien der Taliban, dass Afghanistan kein sicheres Gebiet für Terroristen wird. Die Gespräche sollen in offizielle Friedensgespräche der afghanischen Regierung mit den Taliban münden. Auch ein Waffenstillstand wird diskutiert.