In Afghanistan sind bei der Explosion einer Autobombe mindestens 14 Menschen getötet worden. Weitere 145 wurden nach derzeitigem Kenntnisstand bei dem Selbstmordattentat verletzt. Dem Innenministerium zufolge sind zehn der Toten Zivilisten, vier Polizisten kamen ebenfalls ums Leben. Auch bei den Verletzten handele es sich zum Großteil um Zivilistinnen und Zivilisten.

An einem Kontrollpunkt im Westen der Hauptstadt Kabul war am Morgen ein mit Sprengsätzen gefüllter Wagen explodiert. Die radikalislamischen Taliban übernahmen die Verantwortung für den Anschlag. In einem Bekennerschreiben erklärten sie, das Ziel des Attentats sei ein "Rekrutierungszentrum des Feindes" gewesen.

Erst in der Nacht zu Mittwoch war es im Zentrum und Norden der Hauptstadt zu Explosionen und Schusswechseln gekommen.

1.500 Verletzte oder Tote im Juli

In Afghanistan sollen Ende September Präsidentschaftswahlen stattfinden. In den vergangenen Wochen waren in dem Land mehrere schwere Anschläge mit zahlreichen Todesopfern verübt worden. Insgesamt wurden im politischen Konflikt in Afghanistan im Juli nach UN-Angaben mehr als 1.500 Zivilisten getötet oder verletzt.  

Seit Juli 2018 verhandeln hochrangige Vertreter der Taliban mit den USA über eine politische Beilegung des langjährigen Konflikts. Aktuell läuft die achte Verhandlungsrunde im Golfemirat Katar. In den vergangenen Tagen hatten sich beide Seiten optimistisch gezeigt, bald zu einer Einigung zu kommen. Laut Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid diskutierte am Mittwoch nur ein Teil der Verhandlungsdelegationen. Ein Komitee arbeite an technischen Fragen.

 "Mit der Intensivierung der Friedensbemühungen in den vergangenen Wochen hat auch der Konflikt vor Ort zugenommen", hatte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Tadamichi Yamamoto, Anfang August gesagt. Er forderte die Konfliktparteien auf, im Rahmen der Friedensgespräche die militärische Eskalation zu unterlassen.

Bei den Gesprächen geht es vor allem um Truppenabzüge sowie Garantien der Taliban, dass Afghanistan kein sicheres Gebiet für Terroristen wird. Die Gespräche sollen in offizielle Friedensgespräche der afghanischen Regierung mit den Taliban münden. Auch ein Waffenstillstand wird diskutiert.