Die französische Regierung wehrt sich gegen den Vorwurf von US-Präsident Donald Trump, sich in die Iran-Politik der Vereinigten Staaten eingemischt zu haben. Frankreich setze sich nachdrücklich für Frieden und Sicherheit in der Region ein und brauche dafür keine Genehmigung, hieß es in einer Mitteilung des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian. "Zum Iran äußert sich Frankreich in völliger Souveränität."

Die Mitteilung folgte auf Kritik von Trump. Der US-Präsident hatte am Donnerstag dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgeworfen, sich in seine Iran-Politik einzuschalten. Macron hatte zuvor die Bereitschaft signalisiert, zwischen der US-Regierung und der iranischen Führung zu vermitteln. Dies kritisierte Trump auf Twitter: "Ich weiß, dass es Emmanuel gut meint wie all die anderen, aber niemand spricht für die USA außer die USA selbst."

Frankreichs Außenminister begründete die Aussagen Macrons zur Situation im Iran hingegen mit der Notwendigkeit politischer Initiativen in Zeiten zunehmender Spannungen. Genau das tue Macron in völliger Transparenz mit seinen Partnern – allen voran den europäischen Unterzeichnern des internationalen Atomabkommens. Macron fordere den Iran nachdrücklich auf, die Verpflichtungen des Abkommens einzuhalten, teilte Le Drian mit. "Es muss alles getan werden, damit sich aus der Konfliktsituation keine gefährliche Konfrontation entwickelt."

Die USA waren 2018 aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und setzen die iranische Führung seitdem mit Wirtschaftssanktionen unter Druck. Die US-Regierung strebt ein strengeres und erweitertes Abkommen ab. Der Iran lehnt das bisher ab.

Die verbliebenen Vertragspartner – China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland – versuchen, das 2015 geschlossene Abkommen aufrechtzuerhalten. Insbesondere Macron hat dabei eine Führungsrolle inne und versucht derzeit, im Streit mit dem Iran zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Erst vor wenigen Tagen hatte Macron den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani in einem Telefonat dazu aufgefordert, Spannungen im Verhältnis mit den USA abzubauen.

Im Zuge des Konflikts mit dem Iran gab es in den vergangenen Wochen wiederholt Zwischenfälle in der Golfregion. Der Iran hat mehrere Öltanker in der strategisch bedeutenden Straße von Hormus beschlagnahmt. Die USA streben nun eine Militärmission am Persischen Golf an, der sich Großbritannien anschließen will. Andere europäische Länder, darunter Deutschland, hatten die Forderung der USA nach einer Beteiligung an einer solchen Mission zurückgewiesen.