In Bangkok sind Berichten zufolge am Morgen mehrere kleinere Bomben explodiert. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt, beide sind Straßenkehrer. Derzeit treffen sich in der thailändischen Hauptstadt die Außenminister der Association of Southeast Asian Nations (Asean). Eine der Bomben detonierte während des morgendlichen Berufsverkehres in einem Nahverkehrsbahnhof im Geschäftsviertel Silom. Dort wurde nach Angaben der Polizei niemand verletzt. Der Bahnhof wurde jedoch sicherheitshalber gesperrt. Zudem gingen an mindestens drei weiteren Orten Sprengsätze hoch.

Die deutsche Botschaft in Bangkok rief in Thailand lebende Deutsche und Touristen landesweit zu besonderer Vorsicht auf. Es gelte, große Menschenansammlungen und belebte Orte wie etwa Einkaufszentren zu meiden.

Die kleinen Sprengsätze, sogenannte Ping-Pong-Bomben von der Größe eines Tischtennisballs, explodierten an mehreren Orten in Bangkok, die aber alle weit vom Ort des Außenministertreffens entfernt waren. Die Sprengsätze waren demnach in Büschen am Straßenrand versteckt.

Nach Angaben von Rettungskräften wurden bei einer Explosion außerhalb der Innenstadt außerdem zwei Frauen verletzt. Laut der Polizei detonierte auch im Stadtzentrum ein Sprengkörper. Die Motivation hinter den Anschlägen ist noch unklar. Der thailändische Ministerpräsident Prayut Chan-ocha ordnete eine Untersuchung an. Hinter den Explosionen steckten "böswillige Menschen", die "den Frieden und das Image des Landes zerstören" wollten, sagte er. Ein Regierungssprecher sagte, die Situation werde genau beobachtet, die Sicherheitsmaßnahmen seien verschärft worden. Die Bevölkerung solle nicht in Panik geraten.

Symbolischer Akt, um die Regierung bloßzustellen?

Die Bangkok Post zitiert einen ranghohen Polizisten: Insgesamt sechs Bomben sollen demnach an drei Orten explodiert sein. Ein weiterer Sprengsatz habe nicht gezündet. Es habe sich um improvisierte Bomben mit Zeitzünder gehandelt. Die Zeitung schätzt die Anschlagsserie als symbolischen Akt ein, der die Regierung während des Gipfeltreffens bloßstellen, aber nicht viele Menschen treffen sollte.

In der thailändischen Hauptstadt treffen sich derzeit die Außenminister der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean), der neben Thailand Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Singapur, Vietnam und die Philippinen angehören. Zu dem Treffen waren auch die Außenminister aus den USA, Russland und China angereist.

Die Detonationen weckten Erinnerungen an ein Asean-Treffen in Thailand vor zehn Jahren. Damals waren Demokratieaktivisten der sogenannten Rothemden in den Veranstaltungsort in der Küstenstadt Pattaya eingedrungen und hatten Wahlen gefordert. Im folgenden Chaos wurden Gipfelteilnehmer mit Militärhubschraubern in Sicherheit gebracht oder flohen mit Booten.