Zehntausende Frauen haben in der brasilianischen Hauptstadt Brasília gegen Staatschef Jair Bolsonaro protestiert. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich etwa 100.000 Frauen an der Kundgebung. Die Teilnehmerinnen des "Marschs der Margeriten", der alle vier Jahre stattfindet, fordern bessere Lebensbedingungen auf dem Land und mehr Frauenrechte. 

In diesem Jahr richtete sich der Protest insbesondere gegen die Politik des rechtsgerichteten Staatschefs. Die Demonstranten verurteilten unter anderem die Ausbeutung von indigenen Stammesgebieten und kritisierten Bolsonaro als "frauenfeindlich, rassistisch und homophob". Bolsonaro hat Waldgebiete der indigenen Bevölkerung für den Rohstoffabbau geöffnet. Außerdem hat er das Budget für den Klimaschutz gekürzt und sich gegen die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen ausgesprochen.

Der Protestmarsch war die zweite regierungskritische Demonstration in der brasilianischen Hauptstadt in kurzer Zeit. Am vergangenen Dienstag waren bereits indigene Frauen in Brasília auf die Straße gegangen. Mitte Mai hatten Demonstrantinnen und Demonstranten außerdem gegen Kürzungen im Bildungsbereich protestiert.

Brasilien - Jaír Bolsonaro bringt das Klima in Gefahr Der brasilianische Präsident Jaír Bolsonaro geht radikal gegen den Regenwald und seine indigene Bevölkerung vor. Das hat Auswirkungen auf den Klimawandel, erklärt Dagny Lüdemann.