Der britische Premierminister Boris Johnson will die Gespräche mit der EU über den Brexit intensivieren. "Es ist jetzt für beide Seiten Zeit, das Tempo zu erhöhen", sagte Johnson. Während des ganzen Septembers sollten sich die Unterhändler beider Seiten zweimal pro Woche treffen.

"Die Ausweitung der Treffen und Beratungen ist notwendig, wenn wir eine Chance haben wollen, eine Vereinbarung zu schließen für die Zeit, wenn wir am 31. Oktober austreten", sagte er. Von diesem Termin will Johnson auf keinen Fall abrücken. Sollte es zu keiner Einigung kommen, werde er sein Land auch ohne Abkommen aus der EU führen.

Das von seiner Amtsvorgängerin Theresa May ausgehandelte Abkommen mit der Union lehnt Johnson ab. Hauptstreitpunkt ist die dort getroffene Notfallregelung zur Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland.

Johnson will, dass die Europäische Union auf die sogenannte Backstop-Regelung verzichtet, die Großbritannien auch nach dem Brexit bis auf Weiteres in einer Zollunion mit der EU halten würde. Die EU besteht auf diese Regelung, weil sie verhindern würde, dass es zu einer harten Grenze mit Kontrollen kommt. 

Johnson fordert Gespräche über mögliche Alternativen, etwa technische Lösungen. Seinen Worten zufolge besteht hier durchaus noch Spielraum. Die EU will das mit Johnsons Vorgängerin Theresa May ausgehandelte Abkommen aber nicht mehr ändern. Es war drei Mal vom britischen Parlament abgelehnt worden.