Donald Trump hat dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgeworfen, sich in die Iran-Politik der Vereinigten Staaten einzumischen. "Ich weiß, dass es Emmanuel gut meint wie all die anderen, aber niemand spricht für die USA außer die USA selbst", schrieb der US-Präsident auf Twitter. "Niemand hat das Recht, uns auf irgendeine Weise zu bearbeiten, zu formen oder zu repräsentieren!"

Trump schrieb auf Twitter, der Iran befinde sich in "ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten". "Sie wollen unbedingt mit den USA reden, aber bekommen widersprüchliche Signale von all denjenigen, die vorgeben, uns zu repräsentieren, darunter Frankreichs Präsident Macron." Der französische Präsident versucht derzeit, im Streit mit Iran zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Erst vor wenigen Tagen hatte Macron den iranischen Präsidenten Hassan Rohani in einem Telefonat dazu angehalten, Spannungen im Verhältnis mit den USA zu entschärfen.

Trump hatte im Mai 2018 den Ausstieg seines Landes aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran verkündet. Seine Regierung setzt seitdem die Führung in Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran lehnt das bisher ab. Frankreich hält aber wie Deutschland weiter an dem Atomabkommen mit dem Iran fest. Mit dem Zahlungsmechanismus Instex wollen die beiden Länder es europäischen Unternehmen ermöglichen, trotz der US-Sanktionen weiter Handel mit dem Iran zu treiben.

Im Zuge des Konflikts mit dem Iran gab es in den vergangenen Wochen wiederholt Spannungen und Zwischenfälle in der Golfregion. So beschlagnahmte der Iran mehrere Öltanker in der strategisch bedeutenden Straße von Hormus. Großbritannien hat die Bereitschaft signalisiert, sich den USA bei einer Militärmission am Persischen Golf anzuschließen, um Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu schützen. Andere europäische Länder wie Deutschland erteilten der Forderung der USA nach einer Beteiligung an einer solchen Mission jedoch eine Absage.