Zyperns Regierung hat die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union um die Übernahme von 5.000 Schutzsuchenden gebeten. "Zypern benötigt dringend Soforthilfe, da es so viele Ankünfte wie noch nie zuvor gibt", schrieb Innenminister Constantinos Petrides in einem Schreiben an EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos sowie weitere EU-Staaten. Das Schreiben liegt der Redaktion von Politico vor.

Zypern habe das dritte Jahr in Folge die höchste Pro-Kopf-Zahl von Erstanträgen auf Asyl in der EU, schrieb Petrides. Knapp 7.000 Personen hätten dort in der ersten Hälfte von 2019 Asyl beantragt. "Ich muss zugeben, dass unsere Möglichkeiten und Ressourcen mehr als erschöpft sind und wir riskieren, denjenigen, die wirklich Schutz brauchen, nicht helfen zu können", schrieb Petrides. Eine Sprecherin der EU-Kommission, Annika Breidthardt, sagte, die EU stehe bereit, um die finanzielle und andere Unterstützung für Zypern zu verstärken.

Gemessen an der Einwohnerzahl haben in Zypern 2018 im europäischen Vergleich die meisten Menschen Asyl beantragt. Der Statistikbehörde Eurostat zufolge waren es 7.615 Menschen und damit 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Gut ein Viertel von ihnen waren Syrer. Insgesamt beantragten 2018 580.800 Menschen erstmals Asyl in der EU.

Mitte Juni hatten die südeuropäischen Länder bei einem Treffen in Valletta zu einer gerechteren Verteilung von Geflüchteten innerhalb der EU aufgerufen. Es müsse eine "eine effektive Umsetzung des Prinzips der Solidarität und der fairen Lastenverteilung unter den Mitgliedsstaaten" sichergestellt werden, forderten die Staats- und Regierungschefs aus Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Zypern und Malta.