Das griechische Parlament hat mehrheitlich dafür gestimmt, dass die Polizei künftig bei Unruhen und Kriminalfällen auf dem Campus eingreifen kann. Damit schränkt sie das bisherige Universitätsasyl ein, mit dem die Polizei erst nach einem komplizierten Verfahren, bei dem sowohl Rektorat als auch Studentenvertreter zustimmen mussten, die Universität betreten durften. Anarchisten und Autonome kündigten bereits an, sich gegen das neue Gesetz zu wehren.

Das Universitätsasyl stammt aus dem Altertum, es garantierte ursprünglich freie Rede und Lehre. Seit dem vergangenen Jahrhundert kommt es vor allem Menschen zugute, die aus politischen Gründen Schutz vor der Polizei suchen. Mittlerweile nutzen jedoch Drogendealer und illegale Kleinhändler die Hochschulen ebenso als Rückzugsort wie linke Randalierer, während die Polizei machtlos zuschauen muss. Zudem kommt es vor allem in Athen rund um den Campus fast jedes Wochenende zu Randale.

Linksextreme und autonome Gruppierungen wollen gegen die Abschaffung des Asyls protestieren. Bereits während der Abstimmung gingen einige Studenten und Gewerkschaften mit Protestplakaten auf die Straße. Die meisten Athener verlassen jedoch die glühend heiße Stadt im Monat August in Richtung Meer – und mit ihnen auch viele der Randalierer.