Ende Oktober will Boris Johnson die Briten aus der EU führen, notfalls ohne Abkommen. Um den No Deal abzufedern und das Land vorzubereiten, stellt die britische Regierung 2,1 Milliarden Pfund (2,3 Milliarden Euro) in Aussicht. Finanzminister Sajid Javid hatte bereits Mitte der Woche angekündigt, sofort 1,1 Milliarden Pfund freizugeben, um wichtige Sektoren auf einen EU-Austritt am 31. Oktober vorzubereiten. Nun steht eine weitere Milliarde bereit, für den Fall, dass weitere Finanzmittel benötigt würden. Damit verdoppelt die Regierung das Budget, das für dieses Jahr für die Brexit-Vorbereitungen vorgesehen war.

Mit den zusätzlichen Mitteln sollen dem Finanzministerium zufolge Vorbereitungen an der Grenze, die Unterstützung von Unternehmen und die Versorgung mit Medikamenten beschleunigt werden. Außerdem soll eine Informationskampagne gestartet werden. Javid zufolge sollen die Milliarden eine der größten öffentlichen Kampagnen aller Zeiten finanzieren, um sicherzustellen, dass Einzelpersonen und Unternehmen für einen Brexit ohne Abkommen bereit seien.

Unter Javids Leitung will das Finanzministerium neue Prioritäten setzen. Dem Sunday Telegraph hatte Javid, ein ehemaliger Manager der Deutschen Bank, am Wochenende gesagt, er plane, 500 neue Grenzschutzoffiziere zu finanzieren. Darüber hinaus wolle er neue Infrastruktur rund um die Häfen des Landes prüfen, um die Verkehrsbelastung zu vermindern und zu sichern, dass der Warenverkehr fließen könne.

Premierminister Boris Johnson hat versprochen, sein Land am 31. Oktober aus der EU zu führen – mit oder ohne Abkommen mit der Europäischen Union. Staatsminister Michael Gove, der als rechte Hand von Premierminister Boris Johnson über die Planungen wacht, hatte der Sunday Times gesagt, die Regierung gehe davon aus, dass Brüssel kein neues Abkommen aushandeln werde. Die gesamte Maschinerie der Regierung werde auf Hochtouren arbeiten, um sich auf einen No Deal vorzubereiten.