Der in der britischen Exklave Gibraltar festgesetzte iranische Öltanker Grace 1 wird offenbar wieder freigegeben. Dies berichtet die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf die Behörden von Gibraltar. Die Grace 1 war am 4. Juli von der britischen Marine vor der Küste des Überseegebietes gestoppt worden und wird seitdem festgehalten.

Ein Sprecher der Regierung Gibraltars betonte Bemühungen um eine Deeskalation in der Angelegenheit. Ihm zufolge läuft die Festsetzungsanordnung am Samstag aus. Auch der Vizechef der iranischen Hafen- und Seefahrtbehörde, Dschalil Eslami, sprach laut der Nachrichtenagentur Irna von einem Interesse der Briten, den Streit zu entschärfen. "Wir hoffen, dass die Freigabe bald erfolgen wird", sagte er.

Die Festsetzung der Grace 1 hatte zu einem Konflikt zwischen Großbritannien und dem Iran geführt. Nach Darstellung Großbritanniens sollte der Tanker illegal Öl nach Syrien liefern und damit gegen EU-Sanktionen verstoßen. Der Iran bestreitet die Vorwürfe. Er setzte als Vergeltung zwei Wochen später einen britischen Tanker in der Straße von Hormus wegen angeblicher Verstöße gegen das Seerecht fest.

Die Vorfälle haben die Spannungen im Iran-Konflikt und in der Golfregion verstärkt. Inzwischen hat Großbritannien Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt und wirbt für eine Marinemission mit anderen europäischen Ländern und den USA.