China - Hongkongs Flughafen ist wieder geöffnet Nachdem Demonstrierende den Flughafen lahmgelegt hatten, terminiert dieser nun die Flüge neu. In der Stadt sind weitere Massenproteste angekündigt. © Foto: PHILIP FONG / Getty Images

Am Flughafen Hongkong konnten Passagiere am Dienstagmorgen wieder für Flüge einchecken, der Normalbetrieb war jedoch noch nicht wiederhergestellt. Am Vortag hatte die Flughafenbehörde sämtliche Flüge gestrichen, nachdem prodemokratische Protestierende den Hauptterminal des Flughafens besetzt hatten. Bis zum Morgen hatten die meisten Demonstrantinnen und Demonstranten die Terminals verlassen, nur etwa 50 Aktivisten harrten noch in dem Gebäude aus.

Auf der Website des Flughafens hieß es am Morgen, der Flugplan werde neu terminiert, einzelne Flüge seien von den Umplanungen betroffen. Cathay Pacific teilte mit, etwa 200 Flüge seien gestrichen worden, die Gesellschaft werde lediglich eine begrenzte Anzahl von Starts und Landungen durchführen.

Laut Behördenangaben hatten 5.000 Menschen in dem Flughafen gegen Polizeigewalt und die Regierung protestiert. Sie werfen den Sicherheitskräften vor, zunehmend gewaltsam und mit unverhältnismäßigen Methoden gegen Demonstranten vorzugehen. Im Flughafen hielten Aktivisten Schilder mit der Aufschrift "Hongkong ist nicht sicher" und "Schande über die Polizei" in die Höhe. Sie zeigten auch Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen sind. Die Flughafenverwaltung hatte daraufhin am Nachmittag sämtliche Flüge für den restlichen Montag gestrichen.

USA mahnen zu Zurückhaltung

Seit zwei Monaten wird in Hongkong immer wieder protestiert, bereits mehrfach kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Vor einer Woche erreichten die Demonstrationen mit einem Generalstreik einen Höhepunkt.

Auslöser für die Demonstrationen war ein Gesetzesentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Regierungschefin Carrie Lam hat das Gesetz mittlerweile zwar für "tot" erklärt, die Demonstrationen haben sich aber seither zu einer breiteren Bewegung gegen die Regierung und das harte Vorgehen der Polizei entwickelt. Viele Menschen befürchten zudem zunehmenden Einfluss Pekings und fordern demokratische Reformen.

Die Zentralregierung in Peking zeigt sich empört über die Proteste. Sie verschärfte zuletzt ihre Warnungen an die Demonstranten und erklärte, die Protestbewegung weise "Anzeichen des Terrorismus" auf.

Die US-Regierung rief die Konfliktparteien in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Montag zu Zurückhaltung auf. "Die Vereinigten Staaten mahnen alle Seiten dazu, von Gewalt Abstand zu nehmen", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington. "Gesellschaften hilft es am meisten, wenn verschiedene politische Ansichten respektiert werden und frei und friedlich ausgedrückt werden können."