Einen Tag nach dem G7-Gipfel in Biarritz hat der iranische Staatschef Hassan Ruhani die USA aufgefordert, im Atomstreit "den ersten Schritt zu machen" – "und dieser Schritt ist die Rücknahme der Sanktionen", sagte Ruhani in einer vom iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Rede. "Sie müssen alle illegalen, ungerechten und falschen Sanktionen gegen die iranische Nation aufheben." Falls dies passiere, könne man über weitere positive Entwicklungen reden. "Lediglich ein paar Bilder mit Hassan Ruhani zu machen, das geht nicht."

Einen Tag zuvor, zum Abschluss des G7-Gipfels im französischen Seebad Biarritz, hatte US-Präsident Donald Trump gesagt, er sei "unter Umständen" zu einer Begegnung mit seinem iranischen Amtskollegen bereit.

Treffen am Rande der UN-Vollversammlung?

Während seiner Abschlusspressekonferenz, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gemeinsam mit dem US-Präsidenten gegeben hatte, sagte er, es liefen bereits vorbereitende Gespräche für eine Begegnung Trumps mit Ruhani. Der Weg dahin sei geebnet. Trump sprach danach von einer "sehr guten Chance", beispielsweise dann, wenn Ruhani – so wie er selbst – Ende September zur UN-Vollversammlung nach New York reist.

Der Streit zwischen den USA und dem Iran hatte in den vergangenen Monaten die Furcht vor einem neuen Krieg am Golf wachsen lassen. Trump hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 aufgekündigt. Seit dem Ausstieg verhängte Washington eine Reihe neuer Sanktionen gegen den Iran. Der Iran antwortete mit einer Erhöhung seiner Urananreicherung. Die europäischen Staaten versuchen, das Atomabkommen noch zu retten.

Vor allem die Europäer dringen auf Gespräche der Regierungen in Washington und Teheran. Frankreich, Deutschland und Großbritannien fürchten eine Eskalation des Atomkonflikts, nachdem Donald Trump das internationale Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 einseitig aufgekündigt hatte. Die US-Regierung versucht stattdessen mit Sanktionen, die iranische Energie- und Finanzwirtschaft zum Erliegen zu bringen, um Teheran zu weitergehender Abrüstung und zu Zurückhaltung in Bezug auf arabische Staaten zu zwingen. Trump sagte, ein neues, langfristigeres Abkommen mit dem Iran müsse auch ballistische Raketen betreffen. Er bietet der Regierung in Teheran im Gegenzug ein Ende der Strafmaßnahmen und damit die Chance auf wirtschaftliche Entwicklung an.