In Italien haben die Fünf-Sterne-Bewegung und die sozialdemokratische Partei PD ihre Verhandlungen über eine Regierungsbildung wieder aufgenommen – heißt es zumindest von den Sozialdemokraten. Andrea Marcucci, der Fraktionsvorsitzende der PD im italienischen Senat, sagte, die Verhandlungen würden fortgesetzt. Und: Er sei optimistisch, dass sich die Parteien rechtzeitig einigen können.

Rechtzeitig bedeutet: vor Mittwochabend. Dann ist es Aufgabe des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella, eine Entscheidung über die künftige Regierung zu treffen. Gibt es keine Einigung, könnte er eine Neuwahl ausrufen.

Hängt es an einer Personalfrage?

Die Verhandlungen zwischen der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der PD verliefen nicht gerade harmonisch: Noch am Morgen hatte die Fünf-Sterne-Bewegung die Gespräche ausgesetzt, um ihrer Forderung Gewicht zu verleihen, dass der parteilose Ministerpräsident Giuseppe Conte auch einer neuen Koalition vorstehen solle.

Dazu hieß es vom PD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus Graziano Delrio nach einer Besprechung der Sozialdemokraten: Man habe kein Veto gegen Conte eingelegt. Für den Abend sind weitere Gespräche geplant.

Matteo Salvini, der italienische Innenminister und Chef der rechtspopulistischen Lega, hatte das erst 14 Monate alte Regierungsbündnis mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung beendet – vor allem, weil er sich angesichts guter Umfragewerte seiner Partei selbst Hoffnung auf das Amt des Regierungschefs gemacht hatte. Conte trat daraufhin zurück. Die Regierungsgeschäfte führt er vorerst weiter.

Einen Unterstützer hat Conte im US-Präsidenten Donald Trump: 

Der schrieb auf Twitter, es sehe "gut aus für den hoch geachteten" italienischen Regierungschef. Beim G7-Gipfel in Biarritz habe Conte Italien "stark" vertreten. "Ein sehr talentierter Mann, der hoffentlich Ministerpräsident bleibt", schrieb Trump.