Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die sozialdemokratische Oppositionspartei PD haben sich auf die Bildung einer neuen Regierung in Italien verständigt. Das teilte der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, nach einem Treffen mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella mit: "Wir haben dem Staatspräsidenten heute gesagt, dass es eine politische Einigung mit den Sozialdemokraten gibt, damit Giuseppe Conte erneut den Regierungsauftrag bekommen kann."

PD-Chef Nicola Zingaretti hatte zuvor bei einem Treffen mit Mattarella die Bereitschaft seiner Partei bekräftigt, eine "Regierung des Wandels" mit der Fünf-Sterne-Bewegung einzugehen. Die Verhandlungsführer beider Parteien hätten die Arbeit an einem gemeinsamen Programm "positiv abgeschlossen", sagte auch der PD-Fraktionschef Andrea Marcucci.

Am Abend wäre die Frist für eine Regierungsbildung abgelaufen. Hätten sich die Fünf-Sterne-Bewegung und die Sozialdemokraten nicht einigen können, hätte Mattarella Neuwahlen ausrufen können.

Conte hatte die bisherige Regierung Italiens – eine Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechtsnationalistischer Lega – am 20. August für beendet erklärt. Zuvor hatte Matteo Salvini, der italienische Innenminister und Chef der Lega, das erst 14 Monate alte Regierungsbündnis aufgelöst. Conte trat daraufhin zurück. Die Regierungsgeschäfte führt er vorerst weiter.