Im jemenitischen Bürgerkrieg ist das von Saudi-Arabien unterstützte Bündnis von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi auseinandergebrochen. Separatisten im Süden Jemens übernahmen am Samstag nach viertägigen Gefechten mit Truppen des Präsidenten die Kontrolle über die Hafenstadt Aden.

Bislang kämpften die Separatisten an der Seite der Armee Hadis gegen die aufständischen Huthi-Rebellen. Aden war der Regierungssitz Hadis, nachdem Huthis ihn aus der Hauptstadt Sanaa verdrängt hatten. Der gesundheitlich angeschlagene Hadi hält sich seit Jahren in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad auf.

Die Eroberung des Präsidentenpalastes in Aden sei auf keinen Widerstand gestoßen, teilte ein Militärkommandeur der Separatisten mit, die einen eigenen Staat gründen wollen. Die Regierung Hadis nannte das Vorgehen des sogenannten Südlichen Übergangsrates STC einen Putsch. Saudi-Arabien rief zu einem Krisengipfel auf, um den Konflikt zu beenden. Zudem drohte die von Saudi-Arabien angeführte Koalition mit militärischen Mitteln in den Machtkampf einzugreifen. Der STC erklärte sich mit einer Feuerpause einverstanden.

Rückschlag für Saudi-Arabien

Für Saudi-Arabien stellt die Entwicklung einen Rückschlag im Machtkampf mit dem Iran um die Vorherrschaft in der Region dar. Der Konflikt in Jemen hat sich längst zu einem Stellvertreterkrieg zwischen beiden Staaten ausgewachsen. Das erzkonservative sunnitische Königreich Saudi-Arabien will dem von den Huthi-Rebellen vertriebenen jemenitischen Präsidenten Hadi wieder zur Macht verhelfen. Die Huthis werden vom Iran unterstützt, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift.

Durch die Kriegswirren ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln im Jemen vielerorts zusammengebrochen, nach UN-Angaben leiden Millionen Menschen an Hunger. Mehr als zwei Millionen wurden im Bürgerkrieg aus ihrer Heimat vertrieben.

Seit Monaten bemühen sich die Vereinten Nationen um die Vermittlung eines Friedens. Die jüngste Entwicklung dürfte die Position Hadis geschwächt haben und damit die Gespräche erschweren. Die Huthis erklärten, die Ereignisse in Aden belegten, dass Hadi unfähig zum Regieren des Landes sei. Es sei an der Zeit, dass die bestimmenden Kräfte des Landes ernsthafte Gespräche führten, um den Jemen in einen föderalen Staat zu überführen, in dem die Interessen aller Seiten berücksichtigt würden, teilte der stellvertretende Huthi-Außenminister Hussein al-Azzi mit.