Bei der Bombardierung der Stadt Mursuk im Süden Libyens sind offenbar mindestens 43 Menschen getötet und 61 verletzt worden. Dies teilte das lokale Ratsmitglied Mohammed Omar mit. Offizielle Angaben gab es zunächst nicht. Der Vorfall ereignete sich demnach am Sonntag. Libyens international anerkannte Regierung in Tripolis machte die Truppen des libyschen Generals Chalifa Haftar dafür verantwortlich. 

Haftars selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) teilte mit, sie habe in Mursuk "Banden" angegriffen, die von Terroristen unterstützt würden. Haftar hatte im April eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis angeordnet, um die Regierung von dort zu vertreiben. Er ist verbündet mit einer konkurrierenden Regierung im Osten des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes. Seit der Offensive wurden den UN zufolge mehr als 100.000 Menschen vertrieben.

Die lokale Parlamentsabgeordnete Rahma Abu Bakr erklärte, der Luftangriff habe sich gegen ein Wohngebiet gerichtet. Er sei als Vergeltung für den Widerstand des dortigen Tubu-Stammes gegen Haftars Truppen erfolgt. Die Anhänger des Generals waren im Frühjahr vom Osten des Landes bis weit in den Süden Libyens vorgedrungen und hatten mit ihren Verbündeten große Gebiete unter Kontrolle gebracht.

Im ölreichen Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkriegschaos, in dem zahlreiche Milizen um Einfluss kämpfen. Haftar versucht mit seiner Armee, die Kontrolle über Libyen zu gewinnen.