Der für die libysche Hauptstadt Tripolis vereinbarte Waffenstillstand ist nicht eingehalten worden. Der internationale Mitiga-Flughafen wurde am Sonntag von Raketen getroffen, wie die Verwaltung des Airports mitteilte. Sie veröffentlichte Fotos auf Facebook, die Rauchsäulen zeigen, die von der Startbahn und von geparkten Flugzeugen aufsteigen. Laut dem Airport-Management werde der Flugbetrieb "bis auf Weiteres" eingestellt.

Derzeit ist unklar, wer die Raketen abgefeuert hat. Der Flughafen befindet sich unter der Kontrolle der Streitkräfte der international anerkannten libyschen Regierung. Diese beschuldigt die Truppen des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar, für die Angriffe verantwortlich zu sein. Laut Regierungssprecher Mustafa al-Medschi hätten die Haftar-Melizen die Waffenruhe damit zum zweiten Mal gebrochen. Demnach sei vor den Attacken auf den Flughafen bereits ein Haus in Sug al-Schomaa, einem Stadtteil von Tripolis, angegriffen worden. Dabei seien drei Zivilisten verletzt worden.

Erst am Samstag hatten die libysche Regierung und die Haftar-Rebellen einer durch die UN vermittelten Kampfpause während des dreitägigen Opferfestes, dem höchsten islamischen Feiertag, zugestimmt. Das Fest begann am Sonntag.

Haftars Truppen hatten im April eine Offensive zur Eroberung von Tripolis gestartet. Regierungstreue Streitkräfte und Einheiten Haftars liefern sich seither Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Nach UN-Angaben wurden bisher mehr als 1.000 Menschen getötet. General Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens. Erst vor einer Woche waren bei der Bombardierung der Stadt Mursuk im Süden Libyens 43 Menschen getötet worden.