In Mexiko sind nach Regierungsangaben in den vergangenen zwei Monaten mehr als 45.000 Einwanderer ohne gültige Papiere festgenommen worden. Das teilte der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard mit. Mexiko hatte sich im Juni dazu verpflichtet, Migrantinnen und Migranten an der Durchreise in die Vereinigten Staaten zu hindern.

Gleichzeitig sind die Zahlen in den USA zurückgegangen: Dort wurden im Juli 82.000 Menschen festgenommen – 21 Prozent weniger als im Juni und 43 Prozent weniger als im Mai.

Die mexikanische Regierung wolle die Menschen davor bewahren, unter unsicheren Bedingungen zu reisen, sagte Außenminister Ebrard. "Sie klettern auf Sattelschlepper, benutzen gefälschte Ausweispapiere, und das setzt sie einem Risiko aus." Zudem kündigte er an, dass Mexiko ein Programm zur Schaffung von 20.000 Arbeitsplätzen in El Salvador und 13.000 Jobs in Honduras unterstützen werde, um Fluchtursachen zu bekämpfen.

US-Präsident Donald Trump hatte unter Androhung von Strafzöllen Druck auf Mexiko ausgeübt. Das Land sollte Migranten auf dem Weg in die USA aufhalten. Schließlich unterzeichneten die beiden Länder Anfang Juni ein Migrationsabkommen. In der Folge entsandte Mexiko 21.000 Soldatinnen und Soldaten an seine Grenzen zu Guatemala und zu den USA.

Viele der Menschen, die über Mexiko in die USA einreisen wollen, kommen aus den zentralamerikanischen Ländern Guatemala, Honduras und El Salvador. Sie fliehen vor Bandengewalt, Armut, Arbeitslosigkeit und einer anhaltenden Dürre mit massiven Ernteeinbußen. Selbst wenn sie es bis zur US-Grenze schaffen, sitzen viele auf der mexikanischen Seite unter prekären und teils lebensgefährlichen Umständen fest