Nach dem Tod von Jeffrey Epstein in einer New Yorker Gefängniszelle hat sich der britische Prinz Andrew von dem US-Multimillionär distanziert. Zu "keinem Zeitpunkt" während seiner Freundschaft zu Epstein habe er "irgendein Verhalten jener Art, das zu seiner Verhaftung führte" beobachtet, sagte der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. in einer Erklärung. Es sei jedoch ein Fehler gewesen, Epstein auch "nach seiner Freilassung 2010 zu treffen".

Der 66-jährige Epstein war vor zwei Wochen in einem New Yorker Gefängnis von Mitarbeitern leblos aufgefunden worden. Das US-Justizministerium geht von Suizid aus. Epstein war dort wegen diverser Sexualverbrechen angeklagt. So soll er jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben.

Epstein sei offensichtlich nicht der gewesen, für den er ihn gehalten habe, sagte Prinz Andrew. "Das ist eine schwere Zeit für alle, und ich weiß nicht, wie ich Herrn Epsteins Lebensführung verstehen oder erklären soll", sagte er. "Ich habe erhebliches Mitgefühl mit allen, die von seinem Handeln und Verhalten betroffen waren."

Andrew war wie viele andere Prominente mit Epstein befreundet gewesen. Eines der Epstein-Opfer behauptete, sie sei mehrmals zum Sex mit ihm gezwungen worden. Der Prinz hatte das bereits früher als "kategorisch unwahr" bezeichnet. Immer wieder kamen jedoch Aufnahmen zutage, die Andrew mit Epstein oder in dessen Anwesen in New York zeigten – selbst, nachdem der Milliardär bereits eine erste Gefängnisstrafe wegen der Vorwürfe abgesessen hatte.

Clinton streitet ab, Trump distanziert sich

Bei einer Verurteilung hätten dem US-Multimillionär bis zu 45 Jahre Haft gedroht. US-Medien spekulieren, dass ein Prozess weitere Prominente schwer belastet hätte. Epstein hatte gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten, darunter zum heutigen Präsidenten Donald Trump und zu Ex-Präsident Bill Clinton. Opfer sagten aus, Epstein habe auch Freunde und Bekannte mit jungen Frauen versorgt – damit diese Männer ihm etwas "schuldig" seien, dass er sie "in der Tasche" habe.

Trump und Clinton haben bestritten, sexuelle Dienstleistungen der Mädchen in Anspruch genommen zu haben. Clinton erklärte, er habe nichts von den "schrecklichen Verbrechen" gewusst. Trump distanzierte sich von Epstein: Er habe vor langer Zeit einen Streit mit ihm gehabt und sei kein Fan von ihm, sagte er vor Journalisten. Im Jahr 2002 hatte der damals politisch noch nicht aktive Immobilienunternehmer Epstein hingegen als "großartigen Mann" beschrieben. Trump sagte damals dem New York Magazine: "Es wird sogar erzählt, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich. Und viele von denen sind eher von der jüngeren Sorte."