Nordkorea hat nach Angaben aus Südkorea erneut zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Zweimal seien am frühen Morgen bisher unidentifizierte Projektile ins Meer geschossen worden, teilte der südkoreanische Generalstab mit. "Wir verfolgen die Lage, sollte es weitere Abschüsse geben, und bleiben in Bereitschaft", sagte ein Sprecher des Militärs. Es ist der dritte Waffentest der Nordkoreaner in etwas mehr als einer Woche.

US-Präsident Donald Trump spielte die Tests herunter. "Es waren Kurzstreckenraketen", sagte der Republikaner in Washington. Er habe zu diesen Reichweiten keine Vereinbarung mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un getroffen. "Ich habe kein Problem. Wir werden sehen, was passiert." US-Regierungsvertreter hatten zuvor bestätigt, dass Nordkorea erneut Geschosse getestet habe. Auf die Frage, ob Kim ausloten wolle, wie weit er gehen könne, sagte Trump: "Ich denke, es ist absolut unter Kontrolle." Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, die neuen Tests hätten keine Auswirkungen auf die nationale Sicherheit. Keines der Geschosse habe japanische Gebiete erreicht.

Erst Mitte der Woche hatte Nordkorea zuletzt Raketen getestet. Nach Angaben aus Pjöngjang handelte es sich um Starts an einer neuen Abschussvorrichtung, einem Mehrfachraketenstartsystem. Südkoreanische Experten gingen bei diesem Test von zwei ballistischen Kurzstreckenraketen aus.

"Die Provokationen sind sorgfältig kalibriert"

Vergangene Woche testete Nordkorea ebenfalls Waffen und nannte den Start von zwei Kurzstreckenraketen eine Warnung an "südkoreanische militärische Kriegstreiber". Pjöngjang zeigt damit nach Ansicht von Nordkorea-Experten seine Verärgerung über die geplanten Militärmanöver von Südkorea und den USA und über die stockenden Atomgespräche mit Washington. Die Raketentests seien vor allem eine Botschaft an die USA. "Die Provokationen sind sorgfältig kalibriert. Nordkorea wird weiter eskalieren, solange die USA bei den Denuklearisierungsverhandlungen nicht ihre Position verändern", sagte Go Myong-Hyun von der Seouler Denkfabrik Asan Institute.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.