Nordkorea soll erneut militärische Fluggeschosse getestet haben. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf den Generalstab des Landes, Nordkorea habe zwei "nicht identifizierte Projektile" abgefeuert.

Die Fluggeschosse seien nahe der Stadt Hamhung im Osten von Nordkorea abgefeuert worden und dann ins Ostmeer gestürzt. Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen bereits vier Raketentests vorgenommen. Zuletzt war am 6. August vom Test zweier mutmaßlicher Kurzstreckenraketen berichtet worden.

Einen Tag zuvor hatten die USA und Südkorea gemeinsame Militärübungen begonnen, wie sie jährlich stattfinden. Nordkorea bezeichnete seine Waffentests als "Warnung" an die beiden Länder. Die Militärmanöver der beiden Verbündeten sorgen in Nordkorea regelmäßig für wütende Reaktionen.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea jeglichen Test ballistischer Raketen. US-Präsident Donald Trump hatte aber mehrfach erklärt, dass er die nordkoreanischen Raketentests nicht als Hindernis für neue Atomverhandlungen mit der Regierung in Pjöngjang betrachte. Bei ihrem Treffen am 30. Juni hatten Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un neue Gespräche über eine atomare Abrüstung des Landes verabredet. Diese Verhandlungen sind jedoch bislang noch nicht in Gang gekommen.  

Trump zeigt Verständnis für Raketentests

Nur wenige Stunden vor Nordkoreas aktuellen Raketentests hatte Trump erneut Verständnis für Kims Kritik an den Militärmanövern der USA und Südkorea geäußert. Kim habe ihm einen "sehr schönen" und "sehr positiven" Brief geschrieben, sagte Trump. Kim habe geschrieben, dass er "nicht erfreut" sei über die Militärübungen. "Ich habe sie auch noch nie gemocht", sagte Trump. "Ich war nie ein Fan. Und wissen Sie warum? Mir gefällt es nicht, dafür zu zahlen."

Trump betonte zudem erneut, dass er die Tests nordkoreanischer Kurzstreckenraketen nicht als Problem ansehe. Nordkorea habe keine Atomwaffen und keine Langstreckenraketen getestet. Einen deutlich kritischeren Ton schlug Trump derweil gegenüber den US-Verbündeten in der Region an. "Südkorea und Japan streiten die ganze Zeit", sagte Trump. "Sie müssen miteinander klarkommen." Japan und Südkorea liefern sich derzeit einen erbitterten Handelsstreit.