Rindfleischproduzenten aus den USA bekommen einen besseren Zugang zum Markt der Europäischen Union. "Das ist ein bedeutender Erfolg für amerikanische Landwirte, Bauern und natürlich europäische Verbraucher", sagte US-Präsident Donald Trump bei der Unterzeichnung des Abkommens. Seine Regierung schätzt, dass der Wert der zollfreien Rindfleischexporte dank des Abkommens im Laufe der nächsten sieben Jahre von etwa 150 auf etwa 420 Millionen US-Dollar (377 Millionen Euro) ansteigen werde.

Die EU teilte mit, "Qualität und Sicherheit" des importierten Rindfleisches werde weiterhin den strengen EU-Standards entsprechen. Bei der Unterzeichnung sagte Trump, Fleisch aus den USA sei das beste der Welt.

Einigung wichtig für Handelsstreit

Das Einlenken der EU beim Thema Rindfleisch gilt als ein Grund, warum sich Trump im vergangenen Sommer bereit erklärte, den Handelskonflikt mit der EU vorerst ruhen zu lassen und versprach, keine weiteren Sonderzölle einzuführen – etwa auf Autoimporte, was deutsche Hersteller besonders hart treffen würde. Der damals von der EU ausgehandelte Deal sieht auch vor, dass Europa mehr Soja und Flüssiggas aus den USA importiert.

Die EU-Kommission hatte die vorläufige Einigung im Rindfleisch-Streit Mitte Juni verkündet. Ein Teil des EU-Einfuhrkontingents für hormonfreies Rindfleisch soll demnach für die USA reserviert werden. Die Quote für US-Rindfleisch solle schrittweise innerhalb von sieben Jahren auf bis zu 35.000 Tonnen erhöht werden. Im ersten Jahr liege sie bei 18.500 Tonnen, hieß es aus Kommissionskreisen. Nur noch 10.000 Tonnen würden dann aus anderen wichtigen Lieferländern wie Argentinien und Uruguay kommen.

Weiteres Abkommen soll folgen

"Es ist gut, dass die EU versucht, eine weitere Eskalation des Handelskrieges zu verhindern", sagte die Grünen-Handelsexpertin Katharina Dröge. Doch mit den immer neuen Zugeständnissen betreibe die Kommission ein gefährliches Spiel: "Mehr Rindfleisch-Exporte werden nicht Trumps letzte Forderung gewesen sein, und Europa wird Trumps Irrsinn auf Dauer nicht stoppen können."

Trump ist beim Thema Welthandel für seinen aggressiven Kurs bekannt. Erst am Donnerstag hatte er mangels eines Handelsabkommens plötzlich über Twitter neue Sonderzölle von 10 Prozent auf Importe aus China im Wert von 300 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Das Abkommen muss vom EU-Parlament noch final bestätigt werden, die Zustimmung gilt aber als gesichert. Die USA und die EU verhandeln derzeit um den Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens. Gerade beim Thema Landwirtschaft gehen die Vorstellungen allerdings noch auseinander. Die EU würde den Industriezweig am liebsten ausklammern. Für die USA sind die EU-Länder zusammengenommen der wichtigste Exportmarkt. Die EU wiederum ist laut US-Handelsbehörde der zweitgrößte Importeur von Waren und Dienstleistungen in die USA.