Attentat in El Paso - Mexiko erwägt Auslieferungsantrag Ein Amerikaner hat im texanischen El Paso 20 Menschen getötet, unter ihnen mehrere Mexikaner. Die mexikanischen Behörden prüfen, ob der Täter ausgeliefert werden kann. © Foto: Mario Tama/Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat den oppositionellen Demokraten ein schärferes Waffenrecht im Gegenzug für die von ihm geforderte Einwanderungsreform in Aussicht gestellt. Republikaner und Demokraten sollten sich auf "harte Hintergrundüberprüfungen" für Waffenkäufer verständigen, schrieb Trump vor einer mit Spannung erwarteten Rede zu den Schusswaffenangriffen in Texas und Ohio auf Twitter. Eine solche Reform könne "vielleicht" mit der "dringend benötigten Einwanderungsreform" verknüpft werden. Bei zwei Schussangriffen waren am Wochenende insgesamt 29 Menschen getötet worden.

Trump schrieb, Republikaner und Demokraten müssten sich gemeinschaftlich dafür einsetzen, die sogenannten Background Checks strenger zu gestalten.

Die Getöteten sollten nicht vergeblich gestorben sein, schrieb der US-Präsident. Sie dürften, ebenso wie die vielen vor ihnen, nicht vergessen werden. Vielleicht, schrieb Trump weiter, könne man diese neue Gesetzgebung zur verstärkten Kontrolle des Waffenverkaufs an eine Reform des Einwanderungsgesetzes knüpfen. "Wir müssen aus diesen zwei tragischen Ereignissen etwas Gutes, wenn nicht sogar etwas GROSSARTIGES ziehen!"

"Fake-News haben stark beigetragen zu dem Zorn und der Wut"

Eine Mitverantwortung für die Angriffe unterstellte der US-Präsident in einem dritten Tweet den Medien:

Die Verbreitung von Fake-News habe einen großen Teil zum Ärger und zur Wut beigetragen, die sich über viele Jahre aufgebaut hätten. Die Berichterstattung müsse beginnen, fair, ausgewogen und unvoreingenommen zu sein, andernfalls würden "diese schrecklichen Probleme nur schlimmer" werden.

Am Samstag hatte ein 21-jähriger Weißer in der texanischen Stadt El Paso in einem Einkaufszentrum 20 Menschen erschossen, unter den Getöteten waren sieben mexikanische Staatsbürger. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Nur 13 Stunden nach dem ersten Angriff hatte ein 24-Jähriger in Dayton im Bundesstaat Ohio in der Nacht zum Sonntag neun Menschen erschossen, bevor er von Polizisten getötet wurde.

Nach bisherigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass der zweite Angreifer wahllos um sich geschossen habe – anders als der Schütze von El Paso: Der 21-Jährige handelte vermutlich aus rassistischen Motiven. Auf dem Onlineportal 8chan soll er vor der Tat möglicherweise ein Pamphlet mit hispanisch-feindlichen Inhalten veröffentlicht haben. Die Tat wurde als "inländischer Terrorismus" eingestuft.

El Paso - Donald Trump äußert sich zu Schusswaffenangriffen Der US-Präsident hat nach den Attentaten in Texas und Ohio den Angehörigen sein Mitgefühl ausgesprochen. Die Demokraten forderten strengere Waffengesetze. © Foto: Yuri Gripas/Reuters

Kritik von der Opposition

Die Opposition hatte Trump nach den Angriffen vorgeworfen, mit seiner Rhetorik selbst ein Klima des Hasses zu erzeugen. Dieses Klima begünstige rassistische Attacken. Außerdem kritisierten die Demokraten den Präsidenten dafür, dass er sich bisher nicht dafür ausgesprochen hatte, den Verkauf von Schusswaffen an Privatpersonen einzuschränken. In den vergangenen Wochen hatte Trump demokratische Abgeordnete offen rassistisch beleidigt, früher hatte er Mexikaner pauschal als "Vergewaltiger" bezeichnet.

Am Sonntag hatte Trump nach den Angriffen gesagt, Hass habe in den USA "keinen Platz". Die Angreifer hatte er als "sehr geisteskrank" bezeichnet. Dafür gibt es vonseiten der Ermittler bislang keine Anhaltspunkte.