Zwei amerikanische Kriegsschiffe haben nach Angaben aus den USA keine Genehmigung für einen Aufenthalt im Hafen von Hongkong erhalten, wie das US-Außenministerium mitteilte. Eine entsprechende Anfrage sei abgelehnt worden. Der Aufenthalt der beiden Schiffe in Hongkong sei "in den nächsten paar Wochen" geplant gewesen. Weitere Details teilte die Behörde nicht mit, stattdessen verwies sie an die Regierung Chinas.

Bereits zuvor hieß es aus Regierungskreisen, dass China den US-Schiffen das Anlegen an Hongkongs Hafen verweigert hatte. Die USA hätten Anfragen für zwei Hafenbesuche im August und im September gestellt, die beide ohne Angaben von Gründen abgelehnt worden seien, hieß es.

Pompeo trifft sich mit oberstem chinesischen Außenpolitiker

Am Dienstagmorgen hatte sich US-Außenministers Mike Pompeo mit dem obersten chinesischen Außenpolitiker Yang Jiechi getroffen. Die beiden hätten einen "ausgedehnten Meinungsaustausch" über die Beziehung zwischen den beiden Ländern gehabt, hieß es im Anschluss.

Das Verhältnis zwischen China und den USA gilt derzeit als sehr belastet. Grund dafür sind vor allem die anhaltenden Handelskämpfe. Streit gibt es aber auch im Zusammenhang mit den Protesten in Hongkong. Eine US-Diplomatin hatte sich mit Aktivisten in Hongkong getroffen, was China als unangemessene Einmischung kritisierte.

Seit etwa zwei Monaten begeben sich die Menschen in Hongkong zu massiven Protesten auf die Straße. Auslöser war ein inzwischen auf Eis gelegter Gesetzentwurf der Regierung zur erleichterten Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China, doch die Demonstrationen entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung gegen den Einfluss Chinas auf die Sonderverwaltungszone Hongkong.

Immer wieder war es zu Zusammenstößen zwischen Protestlern und Polizei gekommen, zuletzt am Dienstag. Regierungschefin Carrie Lam verteidigte am gleichen Tag auf einer Pressekonferenz das Vorgehen der Beamten. Und der Ton der Regierung in China wird immer schärfer. Ein Vertreter hatte die Proteste am Montag erstmals mit "Terrorismus" in Verbindung gebracht. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump über den Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, "dass die chinesische Regierung Truppen an die Grenze zu Hongkong verlegt" hat. Er bezog sich dabei auf Informationen des US-Geheimdienstes.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Diese Rechte sehen viele nun in Gefahr.