Im August hatten die USA den INF-Abrüstungsvertrag mit Russland beendet. Nun hat das US-amerikanische Militär erstmals einen konventionellen landgestützten Marschflugkörper getestet. Er sei am Sonntag von der Insel San Nicolas in Kalifornien abgefeuert worden und habe sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise erreicht, teilte das Pentagon mit. Die Daten und Erfahrungen aus dem Test sollten nun für die Entwicklung künftiger "Mittelstreckenkapazitäten" verwendet werden, hieß es.

Der Test wäre nach dem INF-Vertrag verboten gewesen. Das Abkommen untersagte beiden Seiten Produktion, Tests und Besitz von bodengesteuerten ballistischen Raketen und Marschflugkörpern mit Reichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometern.

Die USA hatten im Februar angekündigt, den Vertrag zu kündigen, weil sie davon ausgehen, dass Russland ihn seit Jahren mit dem Mittelstreckensystem SSC-8 (Russisch: 9M729) verletzt. Dieses soll in der Lage sein, Marschflugkörper abzufeuern, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen und mehr als 2.000 Kilometer weit fliegen können. 

Das Pentagon hatte den Test bereits im März angekündigt, sollte Russland nicht zur Vertragstreue zurückkehren. Das Pentagon teilte mit, es habe sich um eine "konventionell konfigurierte" Rakete gehandelt. Allerdings können ursprünglich für konventionelle Sprengköpfe vorgesehene Raketen später so eingerichtet werden, dass sie atomare Sprengköpfe befördern können.

Das Ende des Vertrags von 1987 hat Ängste vor einem neuen globalen Aufrüsten geschürt. Die USA und europäische Staaten werfen Russland vor, gegen die Abmachung des Vertrags zu verstoßen. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.