Im Konflikt um den Krisenstaat Venezuela hat US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen das südamerikanische Land verhängt. Alle Besitztümer und Eigentumsrechte der venezolanischen Regierung in den USA seien blockiert worden, heißt es in einer Anordnung Trumps. Die Vermögenswerte dürfen demnach nicht übertragen, ausbezahlt, ausgeführt oder abgezogen werden. Außerdem wurde ein Handelsverbot ausgesprochen. Ab sofort dürfen Amerikaner keine Geschäfte mehr mit der Regierung in Caracas machen.

Die USA erhöhen damit den Druck auf den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro. Die Verfügung ist kein vollständiges Handelsembargo, jedoch ein weiterer Versuch der US-Regierung, einen Machtwechsel in dem südamerikanischen Land zu erreichen. Als Gründe für die Sanktionen nennt die Verfügung die "widerrechtliche Aneignung" der Macht des venezolanischen Präsidenten und Verstöße gegen die Menschenrechte durch seine Unterstützer.

Venezuela befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen und humanitären Krise. Durch die Hyperinflation ist das Geld  wertlos, viele Venezolanerinnen und Venezolaner sind verarmt und hungern, immer wieder kommt es zu massiven Stromausfällen. Zudem ist das Gesundheitssystem zusammengebrochen und Krankheiten breiten sich aus. Jedes Jahr fliehen etwa eine Millionen Menschen vor der Krise. Die meisten Geflohenen leben der UN-Flüchtlingshilfe zufolge in lateinamerikanischen Nachbarländern wie Kolumbien, Chile oder Ecuador. Aber auch Mexiko und Länder in Mittelamerika sowie der Karibik nehmen Flüchtlinge auf.

Maduro und Parlamentspräsident Juan Guaidó liefern sich seit Monaten einen Machtkampf. Guaidó ernannte sich im Januar selbst zum Übergangspräsidenten des Landes. Er wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, unter ihnen Deutschland und die USA. Maduro hat dagegen den Rückhalt von Ländern wie Russland, China und Kuba – und weiß auch die venezolanische Militärführung hinter sich.

In mehrtägigen Verhandlungen auf der Karibikinsel Barbados hatten sich beide Seiten Mitte Juli auf regelmäßige Gespräche geeinigt. Dabei sollte an einer Lösung des Konflikts "im Rahmen der Verfassung" gearbeitet werden.