Der finnische Regierungschef Antti Rinne hat Boris Johnson Berichten zufolge eine Frist gesetzt, um eine Lösung für den Brexit vorzulegen. "Wenn bis Ende September keine Vorschläge eingehen, ist es vorbei", sagte Rinne nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, wie der britische Guardian und der Sender BBC berichteten. Darauf habe er sich mit Macron verständigt.

"Wir müssen wissen, was Großbritannien vorschlägt", sagte der finnische Ministerpräsident, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, dem Guardian-Bericht zufolge. Er habe angekündigt, mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und Boris Johnson über die Dringlichkeit zu sprechen, hieß es weiter.

Boris Johnson will Großbritannien Ende Oktober aus der EU führen, notfalls ohne ein Abkommen. In den Verhandlungen der britischen Regierung mit der EU gibt es bislang keine Fortschritte. Größter Streitpunkt ist weiter der sogenannte Backstop. Die Regelung soll das Entstehen einer harten Grenze auf der irischen Insel nach dem Brexit verhindern. 

Das EU-Parlament hatte am Mittwoch für einen weiteren Aufschub plädiert, um einen chaotischen Bruch Ende Oktober abzuwenden. Die Abgeordneten stimmten mit großer Mehrheit dafür. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sprach erstmals offiziell von neuen "Verhandlungen" mit Großbritannien. Anzeichen für einen baldigen Kompromiss mit London gibt es aber nicht. "Das Risiko eines No Deal bleibt sehr real", sagte Juncker.