Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), die Afrikanische Union und die Regierung von Ruanda haben beschlossen, dass Migrantinnen und Migranten aus libyschen Auffanglagern vorübergehend nach Ruanda gebracht werden sollen.

Einem Sprecher des UNHCR zufolge sollen die ersten 500 Menschen, die sich freiwillig zum Transfer nach Ruanda bereit erklärt hätten, aus Libyen ausgeflogen werden. Die meisten dieser Menschen seien aus Eritrea, Somalia und dem Sudan geflohen. Insgesamt habe sich die ruandische Regierung bereit erklärt, 30.000 Menschen aufzunehmen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk wolle Ruanda dabei unterstützen, die Asylanträge zu prüfen. Anerkannte Flüchtlinge sollen in Drittländer umgesiedelt werden. Einige sollen in Ruanda Bleiberecht erhalten.

Abgelehnte Asylbewerberinnen und Asylbewerber würden für die Rückkehr in ihre Heimatländer Hilfe erhalten. Die Afrikanische Union, ein Zusammenschluss von 55 afrikanischen Staaten, sicherte "strategische und politische Unterstützung" zu.

Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Geflüchteten und Asylsuchenden in Libyen auf 50.000. Viele hätten das Ziel, über die Mittelmeerküste Libyens nach Europa zu gelangen. Menschen, die von libyschen Behörden aufgegriffen oder von der Küstenwache an der Flucht nach Europa gehindert werden, kommen in Auffanglager. Dort herrschen nach UN-Angaben unmenschliche Zustände: Die Menschen würden misshandelt, es mangele an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung. In Libyen herrscht Bürgerkrieg.