Irans Präsident Hassan Ruhani hat bilaterale Gespräche mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump ausgeschlossen. "Bilaterale Gespräche standen nie auf der Agenda und stehen auch jetzt nicht", sagte er im iranischen Parlament. Es habe zwar von verschiedenen Seiten Vorschläge für solch ein Treffen gegeben, aber Irans Antwort sei stets negativ gewesen.

Am Ende des G7-Gipfels im französischen Biarritz hatte sich US-Präsident Donald Trump im Grundsatz zu einem Treffen mit Ruhani bereit erklärt. Beobachter sprachen von einem möglichen Gespräch der beiden am Rande der bevorstehenden UN-Vollversammlung Mitte September in New York. "Wenn die Umstände stimmen, würde ich dem sicherlich zustimmen", hatte Trump gesagt. Ruhani selbst zeigte sich gesprächsbereit – stellte aber eine Bedingung: Die USA müssten vorher ihre Sanktionen gegen den Iran fallen lassen.

Milliardenkredite für Iran?

Im Zentrum des Streits steht das internationale Atomabkommen, das der Iran 2015 mit den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland geschlossen hatte. Im Mai 2018 dann kündigte US-Präsident Trump den Vertrag jedoch auf und verhängte eine Reihe neuer Sanktionen gegen den Iran.

Derzeit laufen die letzten diplomatischen Bemühungen, um das Wiener Atomabkommen zu retten. Vor allem die europäischen Vertragspartner wollen nämlich daran festhalten. Kernpunkt der aktuellen Verhandlungen soll nach Angaben aus Parlamentskreisen in Teheran eine Kreditlinie in Höhe von 15 Milliarden Dollar (13,6 Milliarden Euro) sein, die Frankreich, Großbritannien und Deutschland dem Iran zur Verfügung stellen wollen, um das Land im Deal zu halten. 

Falls es zu keinem diplomatischen Durchbruch kommen sollte, will der Iran Ende der Woche mit der dritten Phase seines Teilausstiegs aus dem Atomabkommen beginnen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna will der Iran dann mit schnelleren Zentrifugen den Grad seiner Urananreicherung von den im Vertrag erlaubten 3,67 auf 20 Prozent erhöhen. Damit würde das Regime in Teheran den Kernpunkt des Vertrags – die Begrenzung der Anreicherung zur Verhinderung eines iranischen Atomwaffenprogramms – nicht mehr erfüllen.