Der Inhalt eines Telefonats von US-Präsident Donald Trump und einem ausländischen Staatenlenker hat zu einem Streit zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress geführt. Während der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses das Präsidialamt zur Klärung der Abläufe aufforderte, weist Trump die Vorwürfe als "Fake-News" und "Drangsalierung des Präsidenten" zurück. "Ist jemand dumm genug, zu glauben, dass ich bei solch einem potenziell 'massiv bevölkerten' Telefongespräch einem ausländischen Führer irgendetwas Unangemessenes sagen würde?", schrieb er auf Twitter.

Zuvor hatte die Washington Post berichtet, dass ein Geheimdienstmitarbeiter nach einem Telefonat des Präsidenten mit einem namentlich nicht genannten ausländischen Staats- oder Regierungschef seinen Vorgesetzten, den Generalinspekteur der Geheimdienste, Michael Atkinson, alarmiert hatte. So soll Trump seinem Gesprächspartner ein besorgniserregendes "Versprechen" gegeben haben. Laut eines weiteren Berichts der Zeitung sei es dabei um die Ukraine gegangen.

Wie die New York Times berichtet, legte der Geheimdienstmitarbeiter seine interne Beschwerde wegen einer ganzen Reihe von Aussagen und Handlungen des Präsidenten ein. Generalinspekteur Atkinson stufte die Beschwerde dann als "glaubwürdig und dringend" ein und mahnte das Weiße Haus an, den Kongress über die Vorwürfe des Whistleblowers zu informieren. Atkinson selbst sagte bereits vor dem Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus in einer nicht öffentlichen Sitzung aus. Den Berichten zufolge soll er dort aber auf Anweisung des Weißen Hauses keine Details über den Inhalt der Vorwürfe des Whistleblowers genannt haben.

Das Gremium mit ihrem demokratischen Vorsitzenden Adam Schiff lud nun den geschäftsführenden Geheimdienstkoordinator der US-Regierung, Joseph Maguire, vor. Dieser soll am 26. September vor dem Geheimdienstausschuss öffentlich Stellung nehmen. Schiff wirft ihm vor, das Gesetz gebrochen zu haben. So soll Maguire nicht wie vorgeschrieben die Beschwerde binnen zehn Tagen an den Kongress übermittelt haben.