Drei Tage nach den Drohnenangriffen auf zwei saudische Ölanlagen hat Saudi-Arabien die internationale Gemeinschaft aufgerufen, sich derartigen Angriffen entschlossener entgegenzustellen. Nach einer Sitzung in Riad forderte das Regierungskabinett, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und abzuschrecken. Das berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA.

Auch der saudische König Salman ibn Abdel Asis äußerte sich zu dem Vorfall vom Wochenende: Die "feigen Angriffe" hätten nicht nur auf Ölanlagen des Landes abgezielt, sondern auch auf die internationale Ölversorgung, sagte er. Die Stabilität der Region sei bedroht.

Die USA signalisierten Unterstützung: Wie der US-Vizepräsident Mike Pence mitteilte, wolle Außenminister Mike Pompeo noch an diesem Dienstag zu einem Besuch nach Saudi-Arabien aufbrechen. Dort wolle Pompeo mit der saudischen Führung die Reaktion auf die Angriffe besprechen, sagte Pence in einer Ansprache bei der konservativen Heritage Foundation in Washington. Es sei zu vermuten, dass der Iran der Urheber der Angriffe gewesen sei. Die Geheimdienste überprüften entsprechende Hinweise. "Wir beraten mit unseren Verbündeten, und der Präsident wird in den kommenden Tagen die beste Vorgehensweise bestimmen", kündigte der Vizepräsident an. Einen Krieg wollten die USA vermeiden, sie seien aber bereit, ihre Interessen und ihre Verbündeten in der Region zu verteidigen.

Ein "beispielloser Akt der Aggression und Sabotage"

Am Montag hatte das saudische Außenministerium bekannt gegeben, dass nach derzeitigem Ermittlungsstand iranische Waffen bei den Angriffen eingesetzt worden seien. Saudi-Arabien wolle zudem die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen, sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Es handele sich um einen "beispiellosen Akt der Aggression und Sabotage" und ein "ungeheuerliches Verbrechen, das internationalen Frieden und Sicherheit bedroht".

Die saudische Notenbank teilte derweil mit, dass sie angesichts der Drohnenangriffe bereit sei, Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen. Währungsreserven seien ausreichend vorhanden. Die Angriffe am Samstag hatten die größte Erdölraffinerie in Churais und das zweitgrößte Ölfeld des Landes in Abkaik getroffen. Die Rohölproduktion des Landes wurde halbiert.

Die Huthi-Rebellen im Jemen hatten den Angriff für sich reklamiert. Ein Sprecher der Huthi drohte Saudi-Arabien mit weiteren Angriffen, sollte das Königreich seine "Aggressionen" im Jemen fortsetzen. Wer die Stabilität des Ölmarktes gewährleisten wolle, der müsse die von Riad angeführte Militärkoalition dazu bringen, ihre Blockade des jemenitischen Volks zu beenden.

Unterstützt werden die Huthi-Rebellen im Jemen vom Iran – einem Gegner Saudi-Arabiens. Saudi-Arabien führt eine Allianz arabischer Staaten an, die die Huthi-Rebellen bekämpft. Saudi-Arabien und die USA verdächtigen den Iran als Verantwortlichen hinter den Angriffen auf die Ölanlagen.