In der kolumbianischen Kleinstadt Suárez südlich der Hauptstadt Bogotá sind am Sonntagabend sechs Menschen erschossen worden, darunter die Bürgermeisterkandidatin Karina Garcia. Sie hätten in einem gepanzerten Auto gesessen, als sie von Angreifern beschossen worden seien, sagte der Bürgerbeauftragte der Provinz Cauca. Anschließend hätten die Täter das Auto in Brand gesetzt.

Die 32-jährige Garcia kandidierte für die Liberale Partei bei den Kommunalwahlen, die in Kolumbien am 27. Oktober stattfinden. Sie hatte vor wenigen Wochen gesagt, sie werde mit dem Tod bedroht. Die Region um die Stadt Suárez ist von Drogenschmuggel und illegalem Raubbau geprägt, immer wieder kommt es in diesem Zusammenhang zu Gewalt. Unter den Todesopfern befanden sich außerdem Garcias Mutter, ein Bewerber für den Stadtrat und drei weitere Menschen.

Farc-Dissidenten werden verdächtigt

Der kolumbianische Friedensbeauftragte Miguel Ceballos und Verteidigungsminister Guillermo Botero machten Dissidenten der Farc-Guerilla, die das Friedensabkommen von 2016 nicht angenommen hatten, für die Morde verantwortlich. Botero kündigte auf Twitter an, Truppen in die Region zu schicken, um den "Terrorismus" zu bekämpfen.

Die meisten Farc-Kämpfer hatten ihre Waffen nach dem historischen Friedensabkommen niedergelegt. Das Abkommen beendete den 50-jährigen bewaffneten Kampf der Guerilla gegen den kolumbianischen Staat. Vergangene Woche kündigte Iván Márquez, die einstige Nummer zwei in der Farc-Hierarchie, in einem im Internet verbreiteten Video jedoch die Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes an. Márquez und eine Reihe weiterer Ex-Rebellen werfen der Regierung in Bogotá vor, Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht einzuhalten.