Hongkong - China kritisiert Empfang von Joshua Wong in Berlin Der Demokratieaktivist Wong hatte in Berlin auch Heiko Maas getroffen. Das chinesische Außenministerium legte Beschwerde ein, diese wies das Auswärtige Amt zurück. © Foto: Michael Kappeler

Die chinesische Regierung hat das Treffen von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit dem Hongkonger Demokratie-Aktivisten Joshua Wong als "Akt der Respektlosigkeit" bezeichnet. "Es ist äußerst falsch, dass deutsche Medien und Politiker versuchen, sich die antichinesische Separatistenwelle zunutze zu machen", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Dies sei eine "Einmischung in Chinas innere Angelegenheiten". Das chinesische Außenministerium habe gegen das Treffen Beschwerde eingelegt. Maas hatte Wong am Montagabend bei einer Veranstaltung im Bundestagsgebäude getroffen.

Wong hatte Deutschland kurz nach seiner Ankunft in Berlin um mehr Unterstützung für die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone gebeten. Der Bürgerrechtler hatte dort gesagt, die ehemalige britische Kronkolonie sei nun ein Bollwerk zwischen der freien Welt und der "Diktatur Chinas". Er zog Parallelen zwischen der friedlichen Wiedervereinigungsbewegung in Deutschland und dem Freiheitskampf in Hongkong. "Wenn wir in einem neuen Kalten Krieg sind, dann ist Hongkong das neue Berlin."

Wong kündigte zudem weiteren Widerstand gegen die Regierung in seiner Heimat an. Er machte deutlich, dass die Demokratiebewegung sich von der Rücknahme des umstrittenen Gesetzes, das Auslieferungen an China ermöglichen sollte, nicht besänftigen lasse.

Seit dem 9. Juni kommt es in Hongkong immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet einen steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

Protestbewegung in Hongkong - Aktivist Joshua Wong in Berlin gelandet Joshua Wong hat nach der Ankunft in Berlin Unterstützung für die Demokratiebewegung in Hongkong gefordert. Der Aktivist verglich seine Heimat mit Berlin im Kalten Krieg. © Foto: Christoph Soeder/dpa