Protestbewegung in Hongkong - Aktivist Joshua Wong in Berlin gelandet Joshua Wong hat nach der Ankunft in Berlin Unterstützung für die Demokratiebewegung in Hongkong gefordert. Der Aktivist verglich seine Heimat mit Berlin im Kalten Krieg. © Foto: Christoph Soeder/dpa

Der Hongkonger Aktivist Joshua Wong hat Deutschland kurz nach seiner Ankunft in Berlin um mehr Unterstützung für die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone gebeten. "Ich hoffe, dass Menschen weltweit die Leute in Hongkong unterstützen, die für Freiheit und freie Wahlen kämpfen", sagte der 22-Jährige auf einem Fest der Bild-Zeitung. Es sei an der Zeit, dass sich mehr Menschen in Deutschland auf Hongkong konzentrierten.

Er zog Parallelen zwischen der friedlichen Wiedervereinigungsbewegung in Deutschland und dem Freiheitskampf in Hongkong. "Wenn wir in einem neuen Kalten Krieg sind, dann ist Hongkong das neue Berlin", sagte er. "Und gerade weil die Deutschen besonders in Berlin für die Freiheit gekämpft haben, bitte ich die Deutschen um Hilfe in unserem Kampf."

Wong kündigte zudem weiteren Widerstand gegen die Regierung in seiner Heimat an. Er machte deutlich, dass die Demokratiebewegung sich von der Rücknahme des umstrittenen Gesetzes, das Auslieferungen an China ermöglichen sollte, nicht besänftigen lasse. Auf der Veranstaltung der Bild sprach Wong auch mit Außenminister Heiko Maas (SPD).

Festnahme vor Deutschlandreise

Wong war am Sonntagmorgen vor seiner geplanten Abreise nach Deutschland zunächst am Hongkonger Flughafen festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, seine Kautionsbedingungen verletzt zu haben. Nach 24 Stunden kam er jedoch wieder frei und flog noch am Montag nach Deutschland.

Wong war bereits Ende August für einige Stunden festgenommen worden. Ihm und seiner Mitstreiterin Agnes Chow wurde vorgeworfen, andere zur Teilnahme an einer illegalen Versammlung in der chinesischen Sonderverwaltungszone am 21. Juni animiert und selbst daran teilgenommen zu haben. Wong muss sich auch für die Organisation der Demonstration verantworten. Er wurde gegen Kaution wieder entlassen.   

Seit dem 9. Juni kommt es in Hongkong immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

Am Mittwoch soll sich Wong auf einer Veranstaltung der Bundespressekonferenz zur Lage in der chinesischen Sonderverwaltungszone äußern.