Hurrikan Dorian hat schwere Schäden auf den Bahamas verursacht. Die Zahl der Toten ist nach offiziellen Angaben auf 20 gestiegen. Mindestens 17 Menschen seien auf der Insel Abaco gestorben, drei auf Grand Bahama, sagte Gesundheitsminister Duane Sands. Die Rettungseinsätze sowie die Suche nach möglichen weiteren Opfern in überschwemmten Häusern habe gerade erst begonnen, fügte er hinzu.

Der Wirbelsturm der höchsten Gefahrenstufe hatte fast drei Tage über den Bahamas gehangen und dann etwas an Kraft verloren. Auf seinem Weg entlang der US-Ostküste gewann er in der Nacht zum Donnerstag wieder an Stärke und wurde zur Kategorie drei (von fünf) hochgestuft. Derzeit erreicht der Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometer pro Stunde.

Naturkatastrophe - Verwüstung auf den Bahamas nach Wirbelsturm Dorian Mindestens sieben Menschen sind durch Hurrikan Dorian gestorben. Mit Windgeschwindigkeiten von 320 Kilometer pro Stunde verwüstete der Sturm die Bahamas. © Foto: Coast Guard Air Station Clearwater/U.S. Coast Guard/Handout via Reuters

Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) sind etwa 70.000 Menschen auf den Bahamas auf sofortige Hilfe angewiesen. Sie benötigten Lebensmittel, Wasser, Unterkünfte und Medikamente, sagte der UN-Chef für humanitäre Angelegenheiten Mark Lowcock bei einem Kurzbesuch auf den Bahamas. Die Vereinten Nationen hätten eine Soforthilfe von einer Million Dollar zur Verfügung gestellt. US-Präsident Donald Trump versprach der Regierung der Bahamas "angemessene Hilfe".

Die Abaco-Inseln und Grand Bahama sind laut Lowcock bislang nur per Hubschrauber zu erreichen, weil die Flughäfen überschwemmt oder beschädigt seien. Auch die Verbindungsstraßen auf den Inseln könnten nicht genutzt werden. Teile der Inseln sind immer noch von der Außenwelt abgeschnitten. Es gibt keine Stromversorgung und auch die Kommunikationsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt.

Die Regierung der Bahamas sendete Hunderte Polizisten und Marinesoldaten auf die betroffenen Inseln, gemeinsam mit Ärzten, Pflegern und anderen Mitarbeitern des Gesundheitsdienstes. Die US-Küstenwache, die britische Royal Navy und Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz versuchten, Nahrungsmittel und Medikamente so schnell wie möglich zu den Überlebenden zu bringen.

Dorian war am Sonntag als Hurrikan der Kategorie fünf auf Abaco getroffen und verharrte anderthalb Tage lang als Hurrikan der Kategorie 4 über Grand Bahama. Beide Inseln befinden sich im Norden der Bahamas in der Karibik.