Der iranische Präsident Hassan Ruhani will bei der bevorstehenden UN-Vollversammlung in New York einen Friedensplan für die Straße von Hormus vorlegen. Ruhani kündigte am Sonntag bei einer Militärparade in Teheran die Initiative "Koalition der Hoffnung" für den Persischen Golf an. Damit will der Iran mit einer Koalition der Golfstaaten und ohne ausländische Schutzmächte für die Sicherheit der Schifffahrt im Persischen Golf sorgen.

"Die Einmischung von außen ist für den Persischen Golf problematisch und gefährlich", sagte Ruhani. Die Frage solle regional geregelt werden. Dafür sei der Iran bereit, alle Differenzen mit den Golfstaaten auszuräumen. Teheran wolle Freundschaft und Bruderschaft mit allen Staaten der Region und "strecke hiermit seine Hand aus", sagte der Präsident. Die Rede von Ruhani in New York ist für Mittwoch geplant.

Ruhani fordert "interne Sicherheitsstrategie"

Ruhani betonte erneut, dass der Iran keinen militärischen Konflikt wolle. "Aber wir sind ein Volk des Widerstands und nicht der Kapitulation (...), daher werden wir eine militärische Aggression gegen unser Land auch konsequent erwidern", sagte der Präsident. Wo immer sich die USA eingemischt hätten, etwa in Afghanistan, Irak oder Syrien, habe dies nach Ruhanis Worten zu mehr Unsicherheit geführt. Die Region brauche daher eine "interne Sicherheitsstrategie".

In den vergangenen Monaten gab es im Persischen Golf und besonders auf der Straße von Hormus häufig Probleme. Durch die Meerenge wird fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft. Hintergrund ist der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Die USA hatten im Frühjahr Sanktionen gegen Irans Ölexport verhängt. Die Ausfuhren von Öl sind die Haupteinnahmequelle des Landes.

Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA vor gut einem Jahr haben die Spannungen zwischen Washington und Teheran weiter zugenommen. Die USA wollen den Iran mit den Sanktionen und einer Politik des "maximalen Drucks" dazu bewegen, einem neuen Abkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen und die Unterstützung von Terrorgruppen in der Region einzustellen.

Die USA und Saudi-Arabien sehen den Iran zudem als Urheber des Angriffs auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien am 14. September. Zu der Tat hatten sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen bekannt. Teheran streitet eine Beteiligung ab.

Drohung mit der Blockade der Straße von Hormus

"Falls eines Tages die USA wirklich den iranischen Ölexport blockieren sollten, dann wird überhaupt kein Öl mehr am Persischen Golf exportiert", hatte Ruhani im vergangenen Jahr gesagt. Zugleich drohte er indirekt mit einer Blockade der Straße von Hormus. Im Juli beschlagnahmte der Iran einen britischen Öltanker im Golf. Bis heute wurde dieser nicht freigegeben.

Seit dem Zwischenfall gibt es Diskussionen um eine internationale Militärmission für eine sichere Schifffahrt am Persischen Golf sowie gegen Irans militärischen Einfluss. Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt.

Mit großen Militärparaden erinnerte der Iran am Sonntag landesweit an den 39. Jahrestag des Krieges gegen den Irak (1980-1988). Der Jahrestag der militärischen Invasion des damaligen irakischen Machthabers Saddam Hussein wird im Iran alljährlich am 22. September als "Tag der heiligen Verteidigung" gefeiert. In der Hauptstadt Teheran fand die Parade am Mausoleum des Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini statt. Bei einer Parade am Persischen Golf stellten Luftwaffe und Marine ihre Kampfflugzeuge, Hubschrauber sowie Kriegsschiffe und Schnellboote zur Schau.

Hauptredner der Parade in der Hafenstadt Bandar Abbas war Parlamentspräsident Ali Laridschani. "Die iranischen Streitkräfte werden eine Abenteuerpolitik der USA im Persischen Golf nicht zulassen", sagte Laridschani laut der Nachrichtenagentur Isna. Auch er appellierte an die arabischen Golfstaaten, zusammen mit dem Iran für die Sicherheit des Golfs zu sorgen.