Im Dauerkonflikt um Abgasvorschriften für Autos haben Kalifornien und 23 weitere US-Bundesstaaten am Freitag Klage gegen die Bundesregierung von US-Präsident Donald Trump eingereicht. Das Bündnis will auf dem Rechtsweg die Aberkennung eines Sonderrechts verhindern, durch das Kalifornien seit 2013 strengere Regeln als auf Bundesebene gegen Luftverschmutzung durchsetzen kann.

Trump hatte am Mittwoch angekündigt, Kalifornien dieses Privileg zu entziehen. Der Schritt werde zu "weitaus weniger teuren" und "wesentlich sichereren" Autos führen, behauptete er. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hielt am Freitag dagegen: "Kalifornien wird vor den rücksichtslosen und politisch motivierten Attacken des Präsidenten nicht einknicken."

Der Rechtsstreit wird voraussichtlich jahrelang dauern und könnte bis zum Surpreme Court gehen. Denn sowohl für die Autobranche als auch für die auf Selbstständigkeit bedachten US-Bundesstaaten steht dabei viel auf dem Spiel.

Der Streit zwischen Kalifornien, das als Vorreiter beim Klimaschutz gilt, und der US-Regierung dauert schon seit Beginn der Präsidentschaft Trumps. Trump will eine eigentlich bereits beschlossene Verschärfung der Abgasregeln für Autos zurückdrehen. Kalifornien widersetzt sich und kann wegen des Sonderrechts, das einst wegen hoher Smogbelastung in der Metropolregion Los Angeles gewährt wurde, strengere Regeln erlassen. Da Kaliforniens Modell 13 andere Bundesstaaten folgen, hat es landesweit großes Gewicht. Die Autobranche ist indes vor allem an einheitlichen Standards interessiert. Modelle regional abweichenden Regeln anpassen zu müssen, wäre umständlich und teuer.