Bei einer Demonstration von Anhängerinnen und Anhängern der Gelbwesten-Bewegung in Paris hat die Polizei nahe den Champs-Élysées Tränengas eingesetzt. Dies berichteten französische Medien. Auf dem kilometerlangen Boulevard im Westen der Innenstadt gilt ein Demonstrationsverbot.

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben mindestens 152 Menschen vorläufig bei Kontrollen fest. Beamte nahmen 1.249 Sicherheitsüberprüfungen vor, gegen mehr als 300 Personen verhängten sie Geldstrafen über 135 Euro wegen Demonstrierens in einem Sperrgebiet. Sachbeschädigungen wurden zunächst nicht gemeldet. Laut Polizei waren 7.000 Beamte im Einsatz.

Anhänger der Gelbwesten-Bewegung protestieren seit vergangenem November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron und soziale Ungerechtigkeit. Die Bewegung ist zersplittert und nicht zentral organisiert, die Themenpalette mittlerweile sehr breit. Häufig tragen die Demonstranten auch gar nicht mehr einheitlich die gelben Warnwesten, nach denen die Bewegung benannt ist. So auch bei Demonstrationen in der Nähe der Champs-Élysées.

Auch bei einem Protest für mehr Klimaschutz setzten Sicherheitskräfte im südlichen Teil der Innenstadt Tränengas ein, wie die Polizei mitteilte. Am Rande der Demonstration war es zu Ausschreitungen gekommen. Auf TV-Bildern waren brennende E-Tretroller und Mülltonnen zu sehen. Nach Medien Angaben wurden auch Schaufensterscheiben zerbrochen. Friedliche Demonstranten wurden dazu aufgefordert, sich beim Marsch für das Klima von gewalttätigen Gruppen zu distanzieren.