Italiens gescheiterter Innenminister Matteo Salvini hat der neuen Mitte-Links-Regierung in Rom den Kampf angesagt und die baldige Rückkehr seiner rechten Lega an die Macht prophezeit. "Ich kann gerne sieben Ministerien den Verrätern überlassen, denn wir werden sie uns in wenigen Monaten mit Zinsen zurückholen", sagte Salvini am Sonntag bei einer Großkundgebung vor Tausenden Anhängern in der lombardischen Kleinstadt Pontida (Provinz Bergamo). Die Politik der Regierung wolle er mit Referenden ausbremsen, kündigte Salvini an.

Salvini war zuletzt noch Innenminister in einer Koalition mit der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung. Vergangenen Monat hatte er das Bündnis aber zu Fall gebracht, weil er auf Neuwahlen spekulierte, die ihn angesichts vorteilhafter Umfragewerte an die Spitze der Regierung bringen sollten. Inzwischen haben aber die Fünf Sterne eine neue Regierung mit den Sozialdemokraten gebildet.

Salvini will unter anderem verhindern, dass das von ihm eingeführte Gesetz, das Rettungsschiffen mit Migranten an Bord den Zugang zu italienischen Häfen verbietet, rückgängig gemacht wird. Sollte dies geschehen, will er ein Referendum dagegen anstrengen. Zur Volksabstimmung kommt es in Italien, wenn sich mindestens 500.000 Wähler dafür aussprechen. "Wenn sie unsere Sicherheitsverordnung anrühren, dann werden wir nicht 500.000 Unterschriften zusammenbekommen, sondern eher fünf Millionen, um die unantastbaren Grenzen unseres Landes zu verteidigen", sagte Salvini. Auch gegen eine Änderung des Wahlgesetzes, das die Chancen seiner Partei verschlechtern würde, wolle er ein Referendum auf den Weg bringen.

"Hier sind keine Sesselkleber, sondern Männer und Frauen mit Werten", sagte Salvini vor seinen Anhängern. Seine für den 19. Oktober in Rom geplante Demonstration solle zu einem "Fest des Nationalstolzes" werden.

Am Rande der Kundgebung in Pontida wurde der für die linksliberale Zeitung La Repubblica arbeitende Videojournalist Antonio Nasso nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa tätlich angegriffen und sein Mikrofon zerstört. Repubblica-Journalist Gad Lerner wurde von mehreren Dutzend Menschen beschimpft und bedrängt.