Lesen Sie alle Entwicklungen zu den Ergebnissen der Nationalratswahlen in Österreich in unserem Liveblog.

Die konservative ÖVP ist bei der Nationalratswahl in Österreich mit 38,4 Prozent laut dem vorläufigen Endergebnis stärkste Kraft geworden. Das ist ein Plus von 6,9 Prozentpunkten im Vergleich zu der Wahl 2017. Die sozialdemokratische SPÖ verlor 5,4 Prozentpunkte und erzielte 21,5 Prozent. Die rechtspopulistische FPÖ kam auf 17,3 Prozent (minus 8,7 Prozentpunkte). Die bei der vorherigen Wahl an der Vier-Prozent-Hürde gescheiterten Grünen erzielten 12,4 Prozent, ein Plus von 8,6 Prozent. Die liberalen Neos kommen auf 7,4 Prozent und steigern ihr Ergebnis um 2,1 Prozent. Die Liste Jetzt kam auf 1,9 Prozent. Durch den Verlust von 2,5 Prozent rutscht sie unter die Vier-Prozent-Hürde und ist damit künftig nicht mehr im Nationalrat vertreten. Da das vorläufige Ergebnis nicht die Stimmen der Briefwählerinnen und -wähler berücksichtigt, unterscheidet es sich zum Teil deutlich von den Hochrechnungen. Darin waren die Briefwahlstimmen geschätzt worden.

Die FPÖ steht für Koalitionsgespräche voraussichtlich nicht zur Verfügung. "Wir interpretieren das nicht als unser Ziel, hier in Regierungsverhandlungen eintreten zu wollen. Dafür hat uns der Wähler nicht stark gemacht", sagte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky. Der Wähler habe der Partei einen "Auftrag für einen Neustart" gegeben.

Insgesamt waren 6,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher zur Wahl aufgerufen. Da mehr als eine Million Briefwählerstimmen erst am Montag ausgezählt werden, wird am Sonntagabend vonseiten der Wahlleitung nur das Ergebnis der Urnenwahl verkündet. Die Hochrechnungen berücksichtigen aber bereits das voraussichtliche Ergebnis der Briefwahl.  

Die Nationalratswahl, die eigentlich erst im Herbst 2022 hätte stattfinden sollen, wurde aufgrund der sogenannten Ibiza-Affäre auf den 29. September vorgezogen. Am 18. Mai kündigte Sebastian Kurz die Koalition mit der FPÖ auf. Ende Mai wählte ihn das Parlament über ein Misstrauensvotum ab. Derzeit regiert eine Übergangsregierung unter der Führung von Kanzlerin Brigitte Bierlein das Land.

Sebastian Kurz - Vom Geilo-Mobil bis zur Kanzlerschaft In Österreich wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Warum dabei am ehemaligen Kanzler Sebastian Kurz kein Weg vorbeiführt, zeigt unser Video. © Foto: Dan Kitwood/Getty Images