Der Iran hat nach eigenen Angaben im Persischen Golf einen ausländischen Schlepper beschlagnahmt. Der Schlepper mit über 290.000 Litern illegalem Gasöl an Bord sei festgesetzt worden, sagte der Leiter der Küstenwache der Provinz Hormusgan im Süden des Iran.

Bei der Besatzung handele sich um eine ausländische Ölschmugglerbande, hieß es von der Küstenwache weiter. Die zwölf philippinischen Staatsbürger seien festgenommen worden und würden derzeit von Mitarbeitern der zuständigen Behörden verhört, berichtete die Nachrichtenagentur Borna.

Der Iran hatte in den vergangenen Monaten seine Patrouillen in der Straße von Hormus, der strategisch wichtigen Meerenge am Ausgang des Persischen Golfs, verstärkt. Am 18. Juli beschlagnahmten die Revolutionsgarden den Tanker Riah, der unter der Flagge Panamas fuhr. Einen Tag später, am 19. Juli, wurde die unter britischer Flagge fahrende Stena Impero gestoppt, weil sie angeblich in einen Vorfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen war.

Die britische Marine hatte wiederum Anfang Juli einen iranischen Tanker vor Gibraltar mit der Begründung festgehalten, er habe iranisches Öl nach Syrien transportieren wollen und damit gegen EU-Auflagen verstoßen. Der Adrian Darya 1 wurde mittlerweile die Weiterfahrt gewährt.

Die Vorfälle haben die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verstärkt. Als Reaktion auf die Festsetzung der Stena Impero hatten die USA eine Marinemission zum Schutz der internationalen Schifffahrt in die Straße von Hormus entsendet. Großbritannien, Australien und Bahrain unterstützen den Einsatz, andere EU-Staaten, darunter Deutschland, lehnen eine Beteiligung allerdings ab.