Der britische Öltanker Stena Impero hat die Hafenstadt Bandar Abbas verlassen. Dies teile Marine Traffic mit, die den Kurs von Schiffen mithilfe von Satellitendaten verfolgt. Demnach habe man erstmals seit Wochen wieder Positionssignale der Stena Impero empfangen. Laut MarineTraffic.com befindet sich der Tanker nun außerhalb des Hafens.

Mitte Juli hatten Irans Revolutionsgarden die Stena Impero unter dem Vorwurf festgesetzt, die Crew habe Vorschriften des Seerechts im Persischen Golf missachtet. Beobachter gehen davon aus, dass es sich dabei um einen Vergeltungsakt handelt, nachdem Großbritannien – auf Geheiß der USA – zwei Wochen zuvor einen Tanker mit iranischem Öl vor Gibraltar festgesetzt hatte. So ging die Regierung in Washington davon aus, dass das zu diesem Zeitpunkt Grace 1 genannte Schiff auf dem Weg nach Syrien war, um das Regime dort mit neuen Ölimporten zu versorgen.

Eine solche Lieferung hätte gegen internationale Sanktionen verstoßen. Erst nachdem der Iran zugesagt hatte, das Schiff nicht nach Syrien fahren zu lassen, ließen die Behörden es frei. Das Schiff wurde danach in Adrian Darya 1 umbenannt worden und war wenig später nicht mehr zu orten. Zuletzt war es vor der syrischen Küste gesichtet worden.

Die Beschlagnahmung der Stena Impero galt dabei als weiterer Schritt auf dem Weg in eine Eskalation zwischen dem Iran und den USA. Seit US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen war, begann der Iran damit, wieder Uran über die vom Abkommen erlaubte Grenze anzureichern. Dass die Beschlagnahmung der Stena Impero in der Straße von Hormus durchgeführt wurde, alarmierte vor allem die USA. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Handelsverbindungen der Welt; ein Fünftel der weltweiten Öltransporte verläuft durch sie.

Nun versucht die Führung in Teheran, zumindest in dieser Hinsicht zu deeskalieren. Bereits am Montag hatte ein iranischer Regierungssprecher mitgeteilt, das Verfahren gegen die Stena Impero sei abgeschlossen und "die Verstöße des Schiffs sind verziehen". Der Öltanker steuert jetzt einen Hafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten an.