Bei erneuten fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Mindestens fünf weitere wurden nach Polizeiangaben bei den Zusammenstößen zwischen Polizisten und Hunderten von Plünderern in Johannesburg verletzt. Die Polizei ging mit Blendgranaten und Gummimantelgeschossen gegen Randalierer vor, die Geschäfte in der Innenstadt angriffen.

In den vergangenen Tagen waren bei ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Johannesburg, Nigeria und Pretoria mindestens zehn Menschen getötet worden. Dutzende von Geschäften, die von Einwanderern betrieben werden, wurden geplündert und verwüstet. Die Ausschreitungen führten in mehreren afrikanischen Ländern zu wütenden Demonstrationen.

Südafrika ist Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft und ein wichtiges Einwanderungsland für Menschen aus den Nachbarländern Lesotho, Mosambik und Simbabwe, aber auch aus weiter entfernten Regionen, darunter Nigeria und Südasien.

In den vergangenen Jahren gab es in Südafrika immer wieder ausländerfeindliche Gewalt. Einige Südafrikaner geben den Einwanderern die Schuld für die hohe Arbeitslosigkeit im Land. Im Jahr 2015 wurden sieben Menschen bei fremdenfeindlichen Angriffen und Plünderungen in Johannesburg und Durban getötet. Die schlimmste Welle fremdenfeindlicher Gewalt gab es im Jahr 2008 mit 62 Toten.