Unbekannte Kampfflugzeuge haben im Osten Syriens nach Angaben von Aktivisten eine vom Iran unterstützte Miliz attackiert. In der Nacht zu Montag seien mindestens 18 iranische und proiranische Kämpfer in der Region von Bukamal getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mit. Die Identität der Angreifer sei unklar.

Die Stadt Bukamal liegt in der Provinz Deir al-Sur im äußersten Osten Syriens nahe der Grenze zum Irak. Bereits im Juni 2018 waren dort bei Luftangriffen 55 regierungstreue Kämpfer getötet worden. Der Verdacht fiel damals auf Israel, die israelische Armee bestätigte den Angriff jedoch nicht. 

Eine weitere Beobachtergruppe bestätigt die Angaben, nannte aber andere Details. Das ostsyrische Aktivistenkollektiv Sound and Picture berichtete von 21 getöteten und 36 verletzten Kämpfern in Bukamal. Die Jets hätten Stellungen iranischer Milizen und der sogenannten Volksmobilisierungskräfte angegriffen, einer vom Iran unterstützten Miliz. Ein Mitglied dieser Miliz machte Israel für den Angriff verantwortlich.

Aus Israel kam zunächst kein Kommentar. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte im August gesagt, der Iran sei nirgendwo immun und das israelische Militär werde gegen die Islamische Republik tätig werden. Israel betrachtet den Iran als größte Bedrohung und hat angekündigt, eine dauerhafte Militärpräsenz des Iran in Syrien nicht zu dulden.

Das israelische Militär meldete, schiitische Milizen mit Verbindung zur iranischen Revolutionsgarde hätten am Montag Raketen vom Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus aus abgefeuert. Keines der Geschosse habe jedoch israelisches Gebiet getroffen. "Wir machen das syrische Regime verantwortlich für diese Vorfälle in Syrien", teilte die Armee auf Twitter mit. Ebenfalls am Montag meldete die libanesische Hisbollah-Miliz den Abschuss einer israelischen Drohne nahe der Grenze. Das israelische Militär bestätigte das.

Unklar war zunächst, ob die beiden Zwischenfälle in Verbindung mit den Luftangriffen im Osten Syriens standen, bei denen die Kämpfer proiranischer Schiitenmilizen getötet wurden. 

Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah hatten in den vergangenen Wochen zugenommen. Die Miliz warf der israelischen Armee einen Bombenangriff mit Drohnen in der libanesischen Hauptstadt Beirut vor. Israel wiederum beschuldigte den Iran, mithilfe der Hisbollah im Libanon die Herstellung von Präzisionsraketen zu verstärken, die eine Gefahr für Israel sein können. Der Iran unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Machthaber Baschar al-Assad sowie schiitische Milizen wie die Hisbollah.